Tauberbischofsheim

Premiere in Franken Wintermesse der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft fand in Distelhausen erstmals in der Region statt

Wirkstoffmanagement ist enorm wichtig

Archivartikel

Distelhausen.260 Fachbesucher konnte Regionalleiter Dr. Christoph Kunz am 4. Februar 2019 zur ersten Ackerbaumesse der ZG Raiffeisen in der „Alten Füllerei“ in Distelhausen willkommen heißen. Damit kam die traditionelle Wintermesse der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft, bei der sich Landwirte über die neuesten Entwicklungen rund um Pflanzenschutz, Dünger, Saatgut und die Getreidemärkte informieren können, erstmals auch nach Franken.

Rund 20 Messestände

Parallel zu den Fachvorträgen von Behördenvertretern und Experten konnten sich Besucher an rund 20 Messeständen von diversen Anbietern informieren. Im Anschluss hielt außerdem die Erzeugerge-meinschaft für Qualitätsgetreide, Körnermais und Ölsaaten Baden ihre jährliche Mitgliederversammlung ab.

Die Nachmittagsvorträge konzentrierten sich ganz bewusst auf die Themen Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung, so dass Landwirte diese als Schulungsmaßnahme für den gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweis nutzen konnten. Dementsprechend standen aktuelle Entwicklungen zum Resistenz- und Wirkstoffmanagement im Pflanzenschutz im Vordergrund. Nicht zuletzt mit Blick auf den Ackerfuchsschwanz sei ein professionelles Wirkstoffmanagement für die Region Tauberfranken enorm wichtig, um Ungräserresistenzen zu besiegen, betonte Regionalleiter Kunz.

Wichtige Informationen

Produktionsmanager Swen Nicola von der ZG Raiffeisen zog Bilanz eines schwierigen Anbaujahres und bot einen Ausblick auf 2019. Fachbereichsleiter Daniel Keller stellte Smart Farming-Methoden zur Bekämpfung des Maiszünslers vor. Theodor Bender und Hartmut Lindner vom Landwirtschaftsamt in Bad Mergentheim referierten aktuelle Änderungen bei den rechtlichen Bestimmungen, die zum Jahresbeginn in Kraft getreten sind. Beide Referenten vom Amt lobten die Landwirtschaft in der Region, die die gesetzlichen Vorgaben vorbildlich umsetze.

Mit Gastgeber Roland Andre vom Brauhaus Distelhausen eröffnete schließlich ein Gastredner die Mitgliederversammlung, der das Geschäft aus der Perspektive des Kunden kennt. Andre bedankte sich in seinem Grußwort für die hochwertige Ware der Landwirte und unterstrich die Bedeutung des Braugerstenanbaus für die Region.

Über dessen Zukunft sprach anschließend auch Fachbereichsleiter Dr. Wilfried Wägner von der ZG Raiffeisen, der sich dem Thema Saatgutsituation für Braugerste widmete. Sein Kollege Götz Lechler referierte über die aktuelle Düngemittelsituation und zeigte Lösungsansätze für den Main-Tauber-Kreis auf, um die neue Düngemittelverordnung zu erfüllen.

Dafür sollten regelmäßige Bodenproben gezogen werden, damit auch nur so viel gedüngt wird wie unbedingt erforderlich nötig. Das funktioniere besonders mit Mischdüngern sehr gut, so Lechler. Außerdem warb er für er den Einsatz von stabili-sierten Stickstoffdüngern.

Besonders interessant ist für die Mitglieder einer Erzeugergemeinschaft natürlich immer die aktuelle Marktentwicklung. ZG Raiffeisen-Vermarktungschef Franz Utz analysierte Getreidemärkte und -preise, wobei er besonderes Augenmerk auf die Braugerstenpreise in der Region richtete.

Utz wies darauf hin, dass die heimische Braugerste an die Distelhäuser Brauerei verkauft wird und Landwirte einen regionalen Zuschlag für integrierte Produktion bekommen. Dafür müssten sie genau dokumentieren, auf welchem Schlag die Braugerste angebaut wird. Utz empfahl, bereits jetzt die Vorkontrakte für die Ernte 2019 abzuschließen, da die Preissituation derzeit sehr günstig sei.

Unterstützung aus der Politik

Als besonderen Gast konnte Christoph Kunz den Bundestagsabgeordneten schließlich Alois Gerig (CDU) präsentieren, der im Bundestag den Vorsitz im Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung führt. Gerig machte den Landwirten in der Region mit leidenschaftlichen Worten Mut, ihren Weg weiter zu gehen, auch wenn sie im europäischen und globalen Wettbewerb oftmals einen schweren Stand hätten.

Er wies auf zahlreiche Unterstützungsprogramme auf Landesebene hin, etwa für Smart Farming-Projekte oder Zwischenfrüchte. Gerig bot die Unterstützung der Politik an und beantwortete im Anschluss die Fragen des Publikums. zgr