Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Parken auf dem Marktplatz diskutiert“ (FN, 10. Mai)

„Zweifel sind angebracht“

Seit der Einweihung des Marktplatzes im Herbst 2018 wird auf dem Areal ungeordnet geparkt, obwohl ein Verkehrsschild auf die Parkordnung hinweist. Die Kontrolle wird seit Monaten völlig vernachlässigt.

Nun lese ich in den FN vom 10. Mai, dass Bürgermeister Vockel diese Situation bis Ende Juli 2019 – zufällig bis nach der Bürgermeisterwahl – beibehalten will.

Es macht nachdenklich, dass nach Fertigstellung des Marktplatzes im Oktober 2018, der „Parkplatzbeschluss“ des Gemeinderats vom Herbst 2017 durch den Bürgermeister bis Ende Juli 2019 einfach nicht umgesetzt wird.

Als Begründung wird die Straßenerneuerung in der Pestalozziallee genannt.

Mir erschließt sich nicht, wie eine Straßenbaumaßnahme eine Parkordnung auf einem entfernten Platz beeinflussen kann. Nachdenklich macht auch seine schon monatelang währende Anordnung, Verstöße gegen die Parkordnung auf dem Markplatz nicht zu ahnden.

Falschparker auf dem Marktplatz erhalten – siehe FN – bis auf Weiteres eine „gelbe Karte“, kostenfrei. Falschparker in anderen Straßen – teilweise keine 20 Meter entfernt – erhalten einen Strafzettel, kostenpflichtig, also die „rote Karte“. Werden durch solche Anordnungen des Stadtoberhaupts alle Bürger gleich und gerecht behandelt? Zweifel sind angebracht.

Noch ein Gedanke zur Parkplatzsituation auf dem Marktplatz: Auch anderen Städten – teils mit historischen Plätzen – stellt sich die Problematik „Parkplatz oder verkehrsfreier Platz“.

Die Steuerung der Zufahrt in variablen Zeitfenstern ist vielfach Schlüssel für Kompromisslösungen. Die verkehrstechnischen Voraussetzungen finden sich im Zufahrtsbereich zum Marktplatz in Tauberbischofsheim.

Freie Zufahrt zum Platz bedeutet: Nutzung aller Parkplätze möglich. Zufahrt gesperrt: Der Platz ist verkehrsfrei.

Zum Beispiel würde durch die Freigabe des gesamten Marktplatzes für „geordnetes“ Parken von 8 bis 15 Uhr die „Parkkapazität“ der jetzigen Lösung um mehr als 40 Prozent erhöht.

Die damit verbundenen Nebenwirkungen (zum Beispiel Besucherzahl, Gebühreneinnahmen) könnten im gleichen Verhältnis steigen.

Als weiterer Nebeneffekt würde sich ab 15 Uhr außerdem ein verkehrsfreier Marktplatz einstellen.