Tischtennis

Tischtennis Beim Tauberbischofsheimer Bezirksfachtag war der Zusammenschluss von Baden mit Südbaden und Württemberg-Hohenzollern das beherrschende Thema

Ein Plädoyer für die angestrebte Verbands-Fusion

Der zeitlich und inhaltlich aufwendigste Tagesordnungspunkt beim Bezirksfachtag des Tischtennisbezirkes Tauberbischofsheim war der Gedankenaustausch zur angedachten Fusion der drei Verbände Südbaden, Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem gemeinsamen Tischtennisverband.

Abstimmung am 29. Juni

Im Badischen Tischtennisverband wird über das Thema bei einem außerordentlichen Verbandstag am 29. Juni in Ettlingenweier abgestimmt. Zeitgleich geschieht dies auch in den beiden anderen baden-württembergischen Verbänden.

Der Tauberbischofsheimer Bezirksvorsitzende Thomas Henninger ging zunächst auf die Vorgeschichte ein. Ein erster Versuch einer Fusion in den 1980-er Jahren habe nicht geklappt. Die später gebildete „Arbeitsgemeinschaft BaWü“ habe derweil zahlreiche gemeinsame Aufgaben besonders im Jugend und Seniorenbereich sehr erfolgreich erledigt. Es liege also nahe, dies auch im Damen und Herrenbereich zu tun und eine Fusion voranzutreiben.

Henninger informierte, dass Arbeitskreise mehrfach getagt hätten. Die Ergebnisse lägen im Entwurf der neuen Satzungen vor, die Vereine könnten sich auf entsprechenden Homepages einlesen und informieren. Der Bezirksvorsitzende stellte Frank Tartsch vor, der zur möglichen Fusion sprechen werde. Dieser sei lange Präsident des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern gewesen und nun maßgeblich beteiligt an den Vorbereitungen zur Fusion.

Henninger informierte darüber, was dem Bezirk wichtig gewesen sei. So verbleibe das Geld im Falle einer Fusion der Verbände bei den Bezirken, eine Gebietsfusion sei in nächster Zeit nicht angedacht. Damen dürften auf Bezirksebene und damit im eigenen Verantwortungsbereich weiter bei den Herren mitspielen, allerdings nicht als „reine“ Damenmannschaften. Dies sei in der vorbereiteten Satzung so verankert. Finanziell gebe es keine großen Verschiebungen, so der Bezirksvorsitzende.

Lebhafte Diskussion

Tartsch, nach momentanem Stand vorgesehen für das Amt des Vizepräsidenten Finanzen des möglicherweise entstehenden Verbandes, ging bei seinen Ausführungen auf alle relevanten Bereiche ein, beantwortete eine Vielzahl an Fragen. Insgesamt entstand eine lebhafte Diskussion. Tartsch betonte, ihm seien Gespräche mit den Vereinen wichtig. Beim wichtigen Themen Sportentwicklung sei zu hoffen, dass viele Kinder für Tischtennis begeistert werden können.

In Sachen Finanzen, so Tartsch, habe er einen fiktiven Haushalt des möglichen neuen Verbandes aufgestellt. Dabei seien 70 000 Euro Überschuss errechnet, welche in der Verwaltung gespart und in die Sportentwicklung gesteckt würden. Bei einer neuen Gebührenordnung würden die 273 badischen Vereine in der Summe insgesamt 2383 Euro mehr bezahlen und hätten gleichzeitig beim neuen Zuschusswesen mehr in die Bezirkskassen.

Gegner der Fusion, so Tartsch, wüssten vor allem, wie es nicht gehe, unterbreiteten aber keine konkreten Vorschläge. Dem Gedanken, alles bleibe beim Alten, wenn die Fusion nicht zustande komme, könne er nicht zustimmen. Denn momentan zahlten andere Verbände Zuschuss an den Badischen Tischtennisverband, ohne Fusion blieben 40 000 Euro Mehrkosten bei Baden. Denn der Landessportverband verlangt Zusammenarbeit, „wir sind also gezwungen zur Zusammenarbeit“.

Tartsch bezeichnete sich selbst als „überzeugten Mann der Fusion“, Aufgaben könnten nur gemeinsam geleistet werden. Er bedauerte, dass einige wenige im Bereich des Badischen Tischtennisverbandes die Mitarbeit hinsichtlich einer möglichen Fusion verweigerten. Tartsch zeigte sich überzeugt, bei einer Fusion werde Geld gespart und dies könne dort eingesetzt werden, wo Not am Mann sei, nämlich bei der Tischtennisjugend.

Stärker aufgestellt?

Der „überzeugte Fusionierer“ verwies darauf, es sei oft schwierig, Positionen und Funktionen zu besetzen. Er denke, nach der Fusion könne man stärker aufgestellt sein, denn Hauptamtliche könnten unterstützen. Auf eine Frage aus der Versammlung, warum denn manche gegen die Fusion seien, führte diverse „Altlasten“ an sowie Animositäten gegen Personen, die im Falle einer Fusion als Funktionsträger im Gespräch seien.

Henninger verwies darauf, dass die bisherigen Verbände in den Arbeitskreisen und auch allgemein gut miteinander gearbeitet hätte, alle gleich berechtigt. Am Gedanken „wir wollen Tischtennis spielen“ ändere sich hier vor Ort nichts. Nun gebe es die Möglichkeit, moderne Strukturen zu erreichen, wobei die Bezirke und Vereine entscheiden. Tartsch fasste mit „wir müssen eine starke Einheit bilden“ und man solle nicht in Reisekosten und Tagegeld investieren, sondern in die Jugend.

Probeabstimmung

Die Diskussion erbrachte auch informativen Mehrwert. Nicht sicher war man beim Umgang mit der am Tag der Bezirksfachtage zugeschickten Vollmacht für den außerordentlichen Verbandstag am 29. Juni in Ettlingenweier. Hierzu wurde intensive Nachfrage zugesagt. Eine Probeabstimmung bezüglich der angedachten Fusion brachte eine fast schon überwältigende Mehrheit „pro Fusion“.

Endgültig abgestimmt indes wird in Ettlingenweher. Dazu chartert der Tischtennisbezirk Tauberbischofsheim einen Bus, der morgens um sechs Uhr in Wertheim abfährt und an verschiedenen Haltepunkten im Bezirk die Möglichkeit zum Einsteigen bietet.