Tischtennis

Tischtennis Württemberg und Südbaden stimmen für die Fusion / Badener liegen weit unter den für einen Zusammenschluss erforderlichen 80 Prozent Zustimmung

Zu wenig: Nur 63 Prozent der Badener votieren für die große Lösung

Archivartikel

Es hat nicht zu einer großen Fusion im Tischtennis Baden-Württembergs gereicht. Zwar stimmten beim ordentlichen Verbandstag des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern e. V. (TTVWH) in Gerlingen knapp 98 Prozent der Delegierten für eine Verschmelzung des eigenen Verbandes innerhalb eines Baden-Württemberg-Verbandes. Und auch die Vereinsvertreter beim zeitgleich stattfindenden Verbandstag in Südbaden (SbTTV) votierten mit überwältigenden 100 Prozent für eine Zusammenarbeit. Doch gut eine Stunde später folgte der Schock: Beim Badischen Verbandstag in Ettlingenweier sprachen sich lediglich gut 63 Prozent der Vereinsvertreter für den Beitritt ihres Landesverbandes aus. Dies stellt zwar eine große Mehrheit dar, doch die reicht aufgrund der per Satzung vorgeschriebenen Hürde von 80 Prozent eindeutig nicht aus. Somit werden entsprechend der Beschlüsse ihrer höchsten Gremien (Beirat bzw. Verbandsausschuss) der SbTTV und der TTVWH zum 1. Januar 2020 einen gemeinsamen Verband gründen – die sogenannte „kleine Lösung“. Der Bezirk Tauberbischofsheim ist über die gescheitere Fusion aller Verbände nicht glücklich. Er hat, so teilt er den Fränkischen Nachrichten in einer Stellungnahme mit, „geschlossen für die Fusion gestimmt“.

Bemerkenswert war das deutliche Votum im Bezirk an der Tauber: Die Verantwortlichen aller Vereine und Bezirksvorstand Thomas Henninger stimmten für die Fusion. „Leider reichten die 100 Prozent der Stimmen aus dem Bezirk Tauberbischofsheim letztlich nicht aus“, so bedauert man hier. Damit bleibt Baden weiterhin ein eigenständiger Verband – und habe „leider die zukunftsreiche Chance eines Zusammenschlusses sowie die Einführung von hauptamtlichen Strukturen verpasst“, wie die Vertreter des Bezirks klagen.

Auswirkungen sind unklar

Inwieweit das Ergebnis nun Auswirkungen auf die bestehende Zusammenarbeit in der Leistungssport-Arbeitsgemeinschaft TT Baden-Württemberg e. V. sowie Zuschüsse und Landesfördermittel hat, bleibe abzuwarten. Derzeit sei auch noch nicht absehbar, wie der neue baden-württembergische Verband über die für Baden gemachten Zugeständnisse (unter anderem in Satzung und Wettspielordnung) entscheiden werde. Eventuell würden die Kompromisse beibehalten und so die Tür für einen späteren Anschluss Badens offen gehalten. Falls nicht, müsste Baden sich bei einem zukünftigen Beitritt „als Bittsteller den geltenden Ordnungen unterstellen“. wtt/cm