Veranstaltungen

Golden-Globe-Gala Bunte Mischung bei der Trophäen-Verleihung in Beverly Hills / Promis in Farbe und Glitzer

71-jährige Glenn Glose stach Lady Gaga aus

Bunte Mischung bei den Golden Globes: Es gab Trophäen für Filmbiografien, Musikdramen und Politsatiren. Auch die Stars überboten sich an Farbe: Lady Gaga glänzte in Hellblau, Catherine Zeta-Jones in kräftigem Grün, Nicole Kidman trug hauteng und weinrot.

Was für ein Gegensatz zu der Globe-Gala in Beverly Hills vor einem Jahr, als die Promis statt Farbe und Glitter Schwarz trugen, solidarisch mit der #MeToo-Bewegung. Doch Frauenpower und Diversität spielten jetzt wieder eine Rolle, von der Moderation über Dankesreden bis zu „Time’s Up“-Ansteckern an Revers und Ausschnitten.

Lauten Applaus gab es für die 71-jährige Hollywoodlegende Glenn Close, die mit ihrer Drama-Rolle in „Die Frau des Nobelpreisträgers“ („The Wife“) ihren dritten Globe holte. Darin spielt sie die geduldige Ehefrau eines Schriftstellers, die sich nach Jahren gegen den egoistischen Mann auflehnt. Frauen sollten ihren Träumen folgen, sagte Close in ihrer Dankesrede und erntete viel Applaus – im Stehen gespendet.

Als Favoritin gehandelt

Close hatte überraschend die von vielen als Favoritin gehandelte Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga ausgestochen. Die 32-Jährige, die in dem Musikdrama „A Star Is Born“ eine aufstrebende Sängerin mimt, musste sich mit einem Globe für ihren Song „Shallow“ begnügen. Dabei war die hoch gelobte Romanze von Erstlingsregisseur Bradley Cooper mit fünf Nominierungen ins Rennen gegangen.

Nicht Cooper, sondern Rami Malek holte den Globe als bester Drama-Schauspieler für seine magische Verwandlung in den Queen-Frontmann Freddie Mercury. „Bohemian Rhapsody“ über die britische Rockband triumphierte am Ende der Globe-Nacht auch mit dem Spitzenpreis als bestes Filmdrama.

Spitzenpreis

Filmproduzent Graham King widmete die Trophäe dem 1991 gestorbenen Sänger Mercury: „Danke, dass du die Kraft hattest, dein wahres Selbst zu akzeptieren.“

Zu Akzeptanz und Verständnis füreinander rief auch „Green Book“-Regisseur Peter Farrelly in seiner feurigen Rede auf. Das sei der Kern seiner Filmbiografie über einen schwarzen Jazz-Pianisten (gespielt von Mahershala Ali), der in den 1960er Jahren mit seinem weißen Chauffeur (Viggo Mortensen) durch die US-Südstaaten reist.

Die tiefsinnige und zugleich amüsante Tragikomödie räumte gleich drei Preise ab: als beste Komödie, für das Drehbuch und für Nebendarsteller Ali.

Die bissige Politsatire „Vice“ war mit sechs Nominierungen als Favorit in das Rennen gezogen, am Ende gab es nur einen Preis für den Briten Christian Bale, der sich darin mit Extra-Pfunden und gekonnter Maske in den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney verwandelt. Als frisch gekürter Komödien-Star holte Bale prompt gegen den erzkonservativen Politiker Cheney aus.

Frech und schlagfertig standen die Schauspieler Sandra Oh und Andy Samberg erstmals als Moderatoren der Trophäen-Gala auf der Bühne. Die kanadisch-koreanische Schauspielerin Oh („Grey’s Anatomy“) ist die erste Globe-Gastgeberin asiatischer Abstammung.

Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl („The Alienist“) und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck („Werk ohne Autor“) zogen dagegen mit leeren Händen nach Hause.

Den Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film holte stattdessen der Mexikaner Alfonso Cuarón für das Schwarz-Weiß-Drama „Roma“. dpa