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Gastspiel 2000 Menschen strömten zu Schäfer Heinrichs Auftritt beim Boxberger Maimarkt

Ansturm auf den „Womanizer“

Manchmal muss es eben ein echter „Womanizer“ sein. Ein richtiger „Ladykiller“. Einer wie Schäfer Heinrich. Denn dann passiert so etwas wie am Sonntagabend in Boxberg: 2000 Menschen strömen da, am letzten Maimarkt-Tag, ins Festzelt.

Der Kult-Hirte aus der RTL-Serie „Bauer sucht Frau“, er zieht mit seiner One-Man-Show die Massen förmlich an. Bürgermeister Christian Kremer und der neue Marktmeister Roland Throm staunen und strahlen denn auch gleichermaßen.

Mit solch einem Ansturm haben sie selbst in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet.

Und mit seiner Selbstironie liegt der singende Herzensbrecher Heinrich gar nicht so falsch. Denn es sind wirklich vor allem Frauen, die die Bühne umlagern und ihn mit ihren Handys filmen, was das Zeug hält. Manche haben sich sogar richtig in Schale geworfen, tragen fesche Dirndl oder Kleider, die an Chris de Burgh und seine „Lady in Red“ erinnern.

Doch zum Flirten hat der 51-Jährige keine Zeit. Im Gegenteil, er ist richtig im Stress. Vor seinem Auftritt in Boxberg war Schäfer Heinrich nämlich schon im saarländischen Merzig zu Gast. Wenn er dort auch so lange und so geduldig Autogramme geschrieben hat wie in Boxberg, versteht sich die Verspätung, mit der in Boxberg eintrifft, von selbst.

Vom Auto direkt auf die Bühne

Auf dem Festgelände angekommen, springt er quasi aus dem Auto und direkt auf die Bühne. „Alle Schafe sind schon da“ und „Millionen Frauen lieben mich“ heißen die ersten beiden Lieder. Klassikexperten oder Freunde der gehobenen Unterhaltung sind hier natürlich völlig fehl am Platz. Heinrich Gersmeier, wie Schäfer Heinrich wirklich heißt, macht Party – und (fast) alle machen mit.

Seine häufigen Auftritte in den einschlägig bekannten Lokalitäten auf Mallorca haben ihn geprägt – er weiß, was seine Fans wollen. Und das ist vor allem eines: Heinrich hautnah. Deshalb sucht der Stargast des Maimarkts auch immer wieder den Kontakt zu seinem Publikum.

Vom Eisheiligen Servatius, der an diesem Tag regiert, ist drinnen nichts zu spüren. Die Temperatur steigt mit der Zahl der bekannten Hits, die freilich allesamt im Schäfer-Heinrich-Gewand daherkommen: „Das schöne Mädchen von Seite 1“, „Im Wagen vor mir . . .“ und natürlich sein „Schäferlied“.

Auch auf der Bühne zeigt er keine Berührungsängste. Die Kinder, die neben ihm herumhüpfen und tanzen, vertreibt er nicht etwa, sondern fragt sie alle nach ihren Namen. So etwas kommt auch in Boxberg an.

Selbst nach seiner Show gibt es keine Verschnaufpause. Schäfer Heinrich hat nämlich eine weitere wichtige Mission. Jeder, der ein Autogramm oder ein Selfie mit ihm haben möchte, bekommt auch eines. Und das dauert bei 2000 Leuten. Fast zwei Stunden schreibt und posiert er freundlich lächelnd. Nach einem schnellen Abendessen geht es dann wieder ins Auto, zurück ins nordrhein-westfälische Völlinghausen zu seinen Schafen. Und die interessiert es überhaupt nicht, ob derjenige, der sie versorgt, ein „Womanizer“ oder „Ladykiller“ ist . . .

„Ich bin begeistert“

Bürgermeister Christian Kremer und Marktmeister Roland Throm sind auch nach der Show noch – um im Schäfer-Heinrich-Jargon zu bleiben – „geflasht“ über das, was sie da soeben erlebt haben. „Ich bin begeistert, was hier abgegangen ist. Dass eine einzelne Person so die Massen mobilisieren kann, hätte ich nicht gedacht. Ob Jung oder Alt – jeder ist hier mitgegangen“, freut sich das Stadtoberhaupt im FN-Gespräch.

Und auch der frischgebackene Marktmeister zeigt sich „superfroh“ und meint: „Tausende behaupten immer, sie schauen ,Bauer sucht Frau‘ nicht an. Aber wenn ich in das Zelt blicke, dann sehen sich das sogar alle an.“