Veranstaltungen

FN-Interview Michael Kroeger, Bassist von Nickelback, spricht über die kommende Tour

Der Schwerpunkt liegt auf den Hits

Archivartikel

Nickelback gehen im Frühjahr/Sommer auf große Europa-Tournee. Unter anderem treten sie am Montag, 5. Juni, um 19 Uhr in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart auf. Im Vorfeld stand der Bassist und Bandmitbegründer Michael Kroeger den Fränkischen Nachrichten Rede und Antwort.

Herr Kroeger, Sie haben mit „Feed the Maschine“ ein starkes Album am Start, wird sich das auf die Playlist bei den Konzerten niederschlagen?

Michael Kroeger: Wir wollen unseren Fans natürlich in erster Linie einen vergnüglichen Abend bereiten. Dazu gehört natürlich, ihnen alle Hits, die sie gern hören und die uns großgemacht haben, zu spielen. Wir wollen, dass die Leute ein Bierchen oder ein anderes Getränk zu sich nehmen und einfach eine gute Zeit haben. Natürlich werden wir aber auch Songs vom neuem Album spielen, das ist selbstverständlich.

Das neue Album zeigt Nickelback „in rock“. Die Single „Song on Fire“ ist nicht typisch für das Album, da sind viele Stücke enthalten, die eine ein wenig härtere Gangart anschlagen. Wir das auch seinen Niederschlag im Konzert finden?

Kroeger: Die Fans von Nickelback kommen aus unterschiedlichen musikalischen Lagern, zum einen aus dem Pop-Bereich, zum anderen aber auch aus der Hardrock-Ecke, umfassen alle Altersschichten vom Teenager bis zu 60-Jährigen und vor allem auch Frauen und Männer gleichermaßen. Diese unterschiedlichen Fan-Typen wollen wir natürlich alle zufriedenstellen, so dass es einen Mix aus unserem eingänglichen Rock-Hymnen und auch härteren Sachen geben wird, wobei natürlich der Schwerpunkt auf den Hits liegen wird.

Liegt Ihnen die härtere Gangart, welche Musik hören Sie?

Kroeger: Wenn ich nicht mit Nickelback unterwegs bin oder an neuen Songs arbeite, höre ich eher weniger Musik. Aber wenn, dann mag ich es auch schon gern härter. Zu meinen Favoriten zählt beispielsweise die schwedische Band „Meshuggah“.

Das heißt, wenn Sie nicht unterwegs sind, schalten Sie komplett ab und machen etwas anderes?

Kroeger: Ich habe eine Familie und genieße es, Zeit mit ihr zu verbringen. So bringe ich auch gerne meine beiden Kinder zur Schule. Eigentlich führe ich ein ganz normales Leben, wie jeder andere auch.

Bassisten einer Band wird nachgesagt, dass sie die Buchhalter in der Gruppe sind und zusehen, das Geld zusammenzuhalten. Trifft das in Ihrem Fall auch zu?

Kroeger: Definitiv. Ich hasse es, Geld zum Fenster hinauszuschmeißen oder ein aufwendiges, verschwenderisches Leben zu führen, auch wenn ich es mir mittlerweile definitiv leisten könnte. Dafür musste ich vor meiner Zeit in einer erfolgreichen Rockband mein Geld zu hart verdienen. Und in der Tat habe ich auch ein Auge auf die Finanzen der Band.

Sie touren in der ganzen Welt. Gibt es einen Unterschied bei den Fans in Amerika und Europa?

Kroeger: Eigentlich nicht. Zu unseren Konzerten kommen Nickelback-Fans, die eine gute Zeit mit uns haben wollen. Deshalb sind die Voraussetzungen, egal wo wir auftreten, die gleichen und es macht überall gleich viel Spaß. Ich persönlich freue mich auf die Tour in Europa, weil ich aufgrund der geringeren Entfernungen zwischen den Auftrittsorten mit dem Zug fahren kann. Ich hasse es im Tour-Bus unterwegs zu sein, weil ich dort nicht schlafen kann. So ist das für mich angenehmer. Ich schlafe im Hotel und fahre dann mit der Bahn.

Die Band hat seit ihrem Bestehen einen festen Kern aus Ihnen, Ihrem Halbbruder Chat und Gitarrist Ryan Peake. Wie schafft man es, so lange zusammenzubleiben?

Kroeger: Wir waren Freunde, als wir die Band gegründet haben und haben es tatsächlich geschafft, das auch zu bleiben. Wir sind wie eine Familie – und das ist schön so.