Veranstaltungen

Comedy Ausbilder Schmidt, alias Holger Müller, war mit seinem Programm „Die Lusche im Mann“ im Brehmer Bürgerhaus zu Gast

Die Gag-Salven landen zahlreiche Wirkungstreffer

Harte Schale, weicher Kern – das verkörpert Holger Müller in seiner Paraderolle als Ausbilder Schmidt. Im Brehmer Bürgerhaus zündete er wieder ein wahres Gagfeuerwerk.

Hart, aber herzlich, so lässt sich „Schmidti“ vielleicht am besten beschreiben. Wenn er in seinen Bühnenshows als selbst ernannter „Drecksack der Nation“ in Erscheinung tritt und verbal ordentlich draufhaut, sollten dies seine Fans sich aber nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Denn schließlich meint er es ja nur gut: „Wir wollen doch alle in Frieden leben.“ Und dazu trage er seinen wesentlichen Teil bei.

Mit viel Wortwitz, Parodie und großer Improvisationskunst hatte er mit seinem Programm „Die Lusche im Mann“ auch in Brehmen sein Publikum schnell auf seiner Seite – gleich, ob Lusche oder Nichtlusche.

Die Rolle des Fieslings ist dem Ausbilder förmlich auf den Leib geschnitten – im Einsatz für eine bessere Welt, versteht sich. Und damit möchte er im eigentlich so beschaulichen Brehmbachtal gleich beginnen. Er, dessen ständiger Begleiter im Straßenverkehr ein Panzer ist, mit dem er auch hier angereist ist. Kilometerstand und Datum der Erstzulassung? „Keine Ahnung, doch ich war damit schon zweimal in Frankreich . . .“ Humor der Farbe Schwarz, das ist sein Ding – echt hammerhart.

Schmidt gibt seiner Chefin Ursula von der Leyen die Schuld daran, dass es in Deutschland zu viele „bettnässende Ja-Sager“ gebe. Die Bundeswehr verkomme immer mehr zu einer „Luschenarmee“, deren Ausrüstung so miserabel sei, dass sie sogar Angst haben müsse, wenn Luxemburg ihr den Krieg erkläre.

Aber so weit hätte es überhaupt nicht kommen müssen. Denn prinzipiell sollte „unser aller Uschi“ eigentlich in der Lage sein, die Bundeswehr zu führen: „Wer sieben Kinder hat, kann auch eine Armee leiten . . .“

Ausbilder Schmidt, im realen Leben als Holger Müller eher ein Weichei, hat’s faustdick hinter den komödiantischen Ohren. Er gibt auch mal gern dem Zeitungsjungen am frühen Morgen so richtig eine „hinter die Löffel“: „Wer austeilt, muss auch einstecken können“, sagt er in seiner trockenen und unfreundlichen Art – und sorgt damit für lautes Gejohle unter seinem Fanvolk.

„Schmidti“ gilt als der Schrecken eines jeden Rekruten. Wenn er mit Barrett, Sonnenbrille, Uniform und Stiefeln auf die Bühne tritt, heißt es „still gestanden“. Keiner traut sich, auch nur einen Mucks zu machen – schließlich will jeder vermeiden, dass auf seine Kosten fortan Späße gemacht werden. Doch schnell weicht die Zurückhaltung. Der Ausbilder sucht den direkten Draht zu seinen Zuhörern, baut sie aktiv in sein Programm mit ein, animiert sie zum Mitmachen – das kommt an.

Nein, Holger Müller ist kein Freund des tiefgründigne politischen Kabaretts. Einen roten Faden während seines zweistündigen Programms sucht man vergeblich. Er setzt Gag-Salven im Eiltempo in Richtung Publikum ab – und erzielt damit unzählige Wirkungstreffer. Ein netter Ausbilder sei das Letzte, was das Land in diesen Zeiten brauchen, teilt er mit. Schließlich wolle er mithelfen, den Ruf der Bundeswehr aufzupolieren. Ob dies unter der Regie von Uschi von der Leyen gelinge, mag von ihm bezweifelt werden. Allerdings werde seine Chefin ihm sicher noch viel Munition liefern, um auch weiterhin bei seien Fans voll ins Schwarze zu treffen.