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Würzburger Hafensommer Zur Eröffnung spielten das Philharmonische Orchester Würzburg und das New Yorker „Secret Trio“

Faszinierende Weltmusik-Symbiose ergab magischen Abend

Archivartikel

Es war ein magischer Abend: Bei einer lauen Sommernacht und einer faszinierenden Symbiose von Weltmusik und Synphonieorchester wurde am Freitag im Alten Hafen der Würzburger Hafensommer eröffnet. Die begeisterten Zuschauer auf der Freitreppe des Heizkraftwerks erlebten eine poetisch anmutenden Reise durch Klangwelten des Balkans und des Orients.

Für das New Yorker „Secret Trio“ Ara Dinkjian (Oud), Tamer Pinarbasi (Kanun) und Ismail Lumanovski (Klarinette) war es eine Premiere: Erstmals spielten die Drei mit einem Sinfonischen Orchester.

Funke sprang sofort über

Das Philharmonische Orchester Würzburg unter der Leitung von Marie Jacqout eröffnete die Sparda-Classic-Night mit Johann Strauss’ „Märchen aus dem Orient“, um danach abzutauchen zu Sindbad, dem Seefahrer, aus den Erzählungen von 1001 Nacht, eine musikalisch farbenprächtige sinfonische Dichtug von Nikolai Rimski-Korsakow, der selbst Seefahrer war.

Den Übergang zur Weltmusik gestaltete das Orchester mit dem zeitgenössischen türkischen Komponisten Fazil Say. Bei ihm verschmolzen Melodien seiner Heimat mit Jazz –rhythmisch durch permanenten Takt- und Stilwechsel für Musiker und Zuhörer nicht ganz einfach. Störend war hier nur das Kreischen der Kiliani-Festgäste, die sich auf dem Volksfest auf der anderen Seite des Mains vergnügten.

Für Vergnügen sorgten danach die drei Musiker des „Secret Trio“, die eine fein akzentuierte Weltmusik aus Klängen mit türkischen, makedonischen und armenischen Wurzeln vereinten.

Ob temperamentvoll oder elegisch-melancholisch: Die drei zogen mit der Kurzlaute Oud, der orientalischen Zither Kanun und der Klarinette viele Register ihrer Musiksprache.

Passend dazu die Orchesteruntermalung, die eigens für diesen Abend arrangiert wurde. Und der Funke sprang sofort auf die Zuschauer über, die in den Bann einer sehr ausdrucksstarken Musiksprache gezogen wurden. Überwältigt von so viel Begeisterung auf den Rängen, ließ sich das Trio sogar zu einer nicht geplanten Zugabe hinreißen.

Das weitere Programm

Noch bis zum 5. August dauert der Hafensommer. Zu den Künstlern auf der schwimmenden Bühne zählen unter anderem am heutigen Montag Olli Schulz, am Freitag, 27. Juli, Flavia Coehlo und Natalia Doco, am Samstag, 28. Juli, Lokalmatador Andreas Kümmert, am Mittwoch, 1. August, Asaf Avidan, und am Freitag, 3. August, Jazz-Tromperter Till Brönner. Mit dem musikalischen Mix aus Elektronik und Blech der Band „Meute“ endet am 5. August das Festival. dib