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Hafensommer Die elfköpfige Formation „Meute“ ist die gelungene Symbiose von Blech und Elektromusik

Riesige Open-air-Techno-Party zum Abfeiern

Super Stimmung, super Wetter, super Musik: Es war der perfekte Abschluss für den Würzburger Hafensommer, als die Berliner Formation „Meute“ die schwimmende Bühne am Sonntag wie im Sturm eroberte. Und auch bei den Verantwortlichen war die Stimmung ungetrübt: Noch einmal ausverkauftes Haus zum Ende der zweiwöchigen Festivalreihe. Was will man mehr.

Und die mehr als 1300 Zuhörer feiern die elf Musiker schon mit dem ersten Ton. In den roten Uniformen marschieren die Jungs von Meute über die Hafentreppe, getragene Marschmusik begleitet sie. Doch kaum sind sie auf der Bühne angekommen, wird aus Marsch Techno. Doch keine DJs stehen an den Turntables und sorgen für die hypnotische Monotonie des Elektro. Stattdessen Loops übersetzt auf Blechblasinstrumente von grandiosen Musikern, die ihr Handwerk verstehen. „Handmade music“ vom Feinsten.

Die Band ist einfach eine Wucht. Elektronische Tracks kommen nicht aus der Konserve, sondern live von Blech und Trommeln. Posaune und Saxofon liefern sich ein musikalisches Duell, das Sousafon mischt mit, warme Trompetenstöße. Das Marimbafon mit dem filigranen Klang schafft es trotzdem locker, sich in dem Sound Gehör zu verschaffen. Oder die Jungs mit den Trommeln spielen sich die musikalischen Bälle zu. Dann geht die Meute auf der Bühne in die Knie, das Publikum tut’s ihnen nach. Kaum noch hörbar ist der Sound, der sich in einem schnellen Sprung wieder in die Höhe und entsprechende Lautstärke katapultiert.

Es gibt gewaltig was auf die Ohren, der Bass stampft. Die Stroboskop-Beleuchtung macht jedem Club Ehre. Keinen hält es auf den Sitzen. Es wird getanzt und im Rhythmus des Beats bewegt – trotz der noch tropischen Temperaturen, die auf der Treppe am Heizkraftwerk herrschen. Ein Bild, das man bisher beim Hafensommer kaum gesehen hat.

Die riesige Open-Air-Technoparty mit Livemusik ist im vollen Gang. 90 Minuten lang, scheinbar ohne Pause hämmert die Basstrommel den Takt, gibt den Beat vor, zu dem das Publikum abtanzt. Das ist nicht mehr steigerungsfähig? Für Meute geht auch das: Denn ohne Probleme mischen sich die elf Musiker mitten unters Publikum, spielen auf Tuchfühlung mit der bewegten Menge und lassen sich feiern. Ganz vorne dabei sind auch die drei Musiker von „Pupkulies + Rebecca“. Sie hatten als Support mit emotionalen Popsongs in einer spannenden Mischung aus französischen Chansons, Folk und elektronischen Klängen schon für prächtige Stimmung gesorgt und die ersten zum Tanzen animiert.

Ohne Worte kommen Meute aus. Ansagen brauchen die Jungs nicht. Sie bestechen mit einer grandiosen Präzision und einem exakten Rhythmusgefühl. Das Fest für Techno-Fans endet schließlich mit dem im wahrsten Sinne des Wortes Abmarsch von Meute. Mit tanzbarer Marschmusik ziehen sie von dannen und lassen eine glückliche Zuschauermeute in einer lauen Sommernacht zurück.