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Taubertal-Festival Publikum feiert „Die Toten Hosen“ / Pop-Rockband Bosse bot einen wunderbar harmonischen Auftritt

Von zart bis hart war alles dabei

Die Toten Hosen und Bosse bescherten dem ausverkauften Taubertal-Festival einen versöhnlichen Ausklang.

Nachdem das Taubertal-Festival am Freitag (wir berichteten) aufgrund eines Unwetters jäh abgebrochen werden musste und die beiden Headliner The Offspring und Bullet For My Valentine nicht spielen konnten, sorgten Die Toten Hosen, Bosse und Co. am Sonntag für einen hörenswerten Abschluss des diesjährigen Festivals.

Insbesondere der Auftritt der Toten Hosen wurde von vielen Besuchern herbeigesehnt. Immerhin ist es bereits zehn Jahre her, dass die Hosen, das letzte Mal auf dem Taubertal spielten.

Doch bevor es soweit war, mussten die Fans der legendären Punkrocker erst einmal warten. Mit fast 25-minütiger Verspätung trat die Düsseldorfer Formation dann auf die Bühne.

Die größte Änderung zum Auftritt vor zehn Jahren: Das Bühnenbild ist noch einmal eine Nummer opulenter geworden. Eine riesige Leinwand, über die während des Auftritts bunte Bilder zuckten, bildete den Hintergrund der fünf Punkrocker. Zur Einstimmung bekamen die Fans darauf ein kurzes Video zu sehen, das zeigt, wie die Toten Hosen quer durch Deutschland fahren. Am Ende fragt Campino: „Wo spielen wir heute eigentlich?“ Und seine Bandkollegen antworten im Chor: „Im Taubertal“. Da grölt die Menge vor der Bühne und das Eis ist sofort gebrochen. „Wuuunderschönen guten Abend Taubertal“, brüllt Campino fast genauso wie vor zehn Jahren ins Mikrofon, ehe die ersten Takte von „Bonnie & Clyde“ ertönen.

In den folgenden knapp zwei Stunden spielten die Toten Hosen fast alle ihre bekannten Titel. Vom ersten Charthit „Hier kommt Alex“ über „Wünsch Dir was“ und „Alles aus Liebe“ bis hin zum „Eisgekühlten Bommerlunder“. Natürlich spielten die Hosen auch einige ihrer neueren Hits. „Tage wie diese“, „Wannsee“ und „Unter den Wolken“ durften da nicht fehlen. Daneben spielten die Düsseldorfer Punkrocker auch „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und „Far Far Away“ von Slade. Ihre größten Vorbilder, wie Campino betonte.

Absolut textsichere Fans

Musikalisch gesehen lieferten die Toten Hosen einen souveränen Auftritt ab, wofür sie das textsichere Publikum auch lautstark feierte. Eine großartige Show boten Campino und Co. allerdings nicht. Nur einmal interagierte Campino mit dem Publikum. Beim Lied „Steht auf“, forderte er die Fans zum Hinsetzen und anschließenden Springen auf. Der nächste Höhepunkt war schon der bunte Konfettiregen ganz am Schluss. Mehr Show war nicht.

Vor den harten Klängen der Toten Hosen lieferte die Pop-Rockband Bosse um Frontmann Axel Bosse einen wunderbar harmonischen Auftritt mit eingehenden Texten und wohltuenden Indie-Pop-Klängen ab. Mit dabei natürlich auch die Hits „Schönste Zeit“, „So oder so“ und „Dein Hurra“.

Daneben spielten auf der Hauptbühne am Sonntag noch Nothing But Thieves sowie die beiden Erstplatzierten Gruppen des „Emergenza Band Contests“. Auf der Sounds-For-Nature-Bühne spielten unter anderem die Punkrocker Zebrahead, der Hip-Hopper Trettmann und die Metalcore-Band Eskimo Callboy. Schlagzeuger David Friedrich von Eskimo Callboy ist auch aus verschiedenen Fernsehsendungen bekannt. 2017 gewann er in der RTL-Sendung „Die Bachelorette“ das Herz von Jessica Paszka und 2018 war er Teilnehmer im Dschungel-Camp. Jérôme Umminger