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Schlachthof Wiesbaden Indie-Rapper Juse Ju feierte ausgelassene Party

Weltschmerz und Wutbürger

Er ist eine der Größen in der deutschen Indie-Rapszene und derzeit mit seiner „Shibuya Crossing“ Tour im ganzen Land unterwegs. Juse Ju, der Wahl-Berliner mit den Wurzeln im schwäbischen Kirchheim unter Teck, kam über viele Umwege zur Musik, und ist heute aus der Szene nicht mehr wegzudenken.

Sein neues Album und die Tour „Shibuya Crossing“ verdanken ihre Namen einem der Sehnsuchtsorte Juse Jus: Shibuya, ein Stadtbezirk der japanischen Metropole Tokio, in der Jusu Ju einige Jahre seiner Kindheit verbrachte.

Seit über zehn Jahren ist Juse Ju nun in der deutschen Rapszene etabliert und begeistert seine Fans mit rhetorisch geschickten, tiefgängigen und selbstironischen Texten. Und er schreckt dabei auch vor Selbstkritik nicht zurück, wie etwa im Track „Lovesongs“ aber auch die Thematisierung politischer Missstände, wie in seinem Song „Propaganda“, kommt nicht zu kurz.

Nun konnten sich die Fans im Wiesbadener Schlachthof hautnah von Juse Jus mitreißender Bühnenpräsenz begeistern lassen.

Im kleinen, aber feinen Rahmen feierte in dieser Location eine ausgelassene Party. Unerwähnt sollte an dieser Stelle auch der Support Act Curly nicht bleiben. Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem Berliner Rapper nämlich, das Publikum zu begeistern. Mit Tracks wie „Eistee“ oder „Munchies“ heizte er der Menge ein und verteilte nebenbei auch noch ein paar Süßigkeiten unter den Fans.

Als nach einer kurzen Umbauphase dann Juse Ju die Bühne betrat, brodelte die Stimmung im Kesselhaus des Wiesbadener Schlachthofs über. Juse Ju präsentierte sich an diesem Abend schonungslos ehrlich und persönlich. Er schreckte auch nicht davor zurück, einen weiblichen Fan kurzerhand für ein Pläuschchen auf die Bühne zu holen. Gemeinsam mit einem weiteren Fan performte er sogar einen seiner Tracks. Eine Premiere auf dieser Tour, wie Juse Ju selbst anmerkte, aber eine absolut gelungene, die das Publikum mit einem begeisterten Applaus zu würdigen wusste. Kurz vor dem Ende des Konzertes holte Juse Ju noch einmal Curly zu sich auf die Bühne. Gemeinsam rappten sie den extra für diese Tour geschriebenen Track „Swaggy Dudes With Attidudes“.

Als würdigen Abschluss des Konzertes präsentierte Juse Ju dann noch den Track „Shibuya Crossing“. Der Titeltrack handelt von der Beziehung zu seinem Bruder und der gemeinsamen Kindheit in Japan. Mit diesem starken und wohl persönlichsten Track verabschiedete sich Juse Ju unter tosendem Applaus von der Bühne. Anke Voge