Walldürn

Frühlingskonzert des MGV „Sängerbund“ Altheim MGV Altheim und die Gastchöre zogen alle Register der Chormusik

„Aaldemer Hymne“ Ode an die Heimat

Beim Frühlingskonzert des MGV „Sängerbund“ Altheim boten die Chöre ein abwechslungsreiches Repertoire. Das Angebot reichte von Chormusik der Romantik bis zu den Beach Boys.

Altheim. Bereits vor der Begrüßung der Gäste durch MGV-Vorsitzenden Georg Sans stellten sich die Sänger des MGV als die „Minnesänger“ mit dem gleichnamigen romantischen Chorsatz von Robert Schumann und dem Text von keinem geringeren als Heinrich Heine vor. „Romantisch“ ging es auch mit den beiden folgenden Chorsätzen weiter. Zunächst mit dem sehr besinnlichen Satz „Im Abendrot“ bei dem der Dichter Karl Lappe zum Chorsatz von Jakob Christ ein himmlisch-schönes Abendrot beschreibt. Die Handschrift des ursprünglichen Komponisten Franz Schubert war hier unverkennbar.

Keinesfalls besinnlich das folgende „Türkische Schenkenlied“, bei dem sich der Dichterfürst und Genussmensch Johann Wolfgang von Goethe über einen viel zu derben Gastwirt beschwert. Felix Mendelssohn-Bartholdy schrieb die Musik zu diesem Stück, das als Pflichtchor zur Erlangung des Titels „Konzertchor“ beim letzten Chorwettbewerb des Badischen Chorverbandes vorgetragen werden musste.

Dem MGV Altheim wurde der Titel „Konzertchor“ verliehen und die Sänger zeigten mit ihrem Vortrag abermals, dass dies nicht zu Unrecht geschah. Als Gastchöre hatten die Altheimer Sänger den MGV „Frohsinn 1908“ Robern mit Chorleiter Volker Benz und den Gesangverein „Liederkranz“ Waldhausen unter der Leitung von Christian Roos eingeladen. Die Sänger aus Robern, denen es gelang beim letzten Chorwettbewerb den Titel „Leistungschor“ zu erreichen, setzten das Programm mit den Stücken: „Frühlingsboten“, bearbeitet von Jean Reinartz, „Die Wolgaräuber“ von Arnold Kempkens und dem „Marsch vom kleinen Mann“ von Karl-Heinz Wolters fort. Vor allem das letzte Stück, nach einer Textvorlage von Carl Zuckmayer, mit seinen humorigen, wortspielerischen Passagen entlockte den Zuhörern manches Lächeln und wurde, wie alle anderen Vorträge der Roberner, mit viel Beifall belohnt.

Pianistin feierte Premiere

Die junge Pianistin Emma Sans feierte anschließend ihre Premiere auf der Kirnauhallenbühne und begeisterte die Konzertbesucher mit den Stücken: „Autumn Glow“ von Martha Mier und dem Pianoklassiker „Ballade pour Adeline“ von Richard Claydermann.

Der „Liederkranz Waldhausen“ brachte beim ersten Auftritt drei Erfolgshits, allesamt arrangiert vom Chorleiter Christian Roos, zu Gehör. „Heute hier morgen dort“ von Hannes Wader und die Udo Jürgens Klassiker „Griechischer Wein, sowie „Ich glaube“ kamen bei den Zuhörern sehr gut an. Vor der „Halbzeitpause“ und den Vereinsehrungen luden die Altheimer Sänger mit dem modernen, spritzigen Chorsatz „Das Wandern ist des Müllers Lust“ von Mathias Rickert zu einer Frühlingswanderung ein.

Im Anschluss an die Ehrungen warteten die Altheimer Sänger mit einer ganz besonderen Überraschung auf. Josef Seitz, ein Urgestein des Altheimer Männerchores und bekennender Heimatverbundener hatte einen Liedtext über seine schöne Altheimer Heimat verfasst, der von Chorleiter Michael Wüst mit einem Chorsatz versehen wurde. Nach den Vereinsehrungen war ein passender Moment diese „Aaldemer Hymne“ uraufzuführen.

Mit „Merci, Chérie“ von Udo Jürgens eröffnete der MGV Altheim die zweite Hälfte des Konzertes. Die gefühlvolle Ballade, mit der der Komponist und Interpret 1966 den Grand Prix Eurovision gewann war bereits der dritte Udo Jürgens-Titel des Abends.

Begeisterung war im Publikum bei dem nachfolgenden „Rendezvous“ von Oliver Gies, das von Christian Roos am Klavier begleitet wurde zu spüren. Der sehr einfühlsame Bericht über den Ablauf eines lang ersehnten Zusammentreffens verläuft leider nicht nach Plan und die Tenöre bemerken am Schluss: „kein happy end“, während die Bässe das Ganze mit „dumm gelaufen“ kommentieren.

Der MGV Robern griff mit seinen ersten beiden Stücken. „Hab mein Wage vollgelade“ und „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ in die klassische Volksliedkiste und verabschiedete sich sehr gefühlvoll mit dem Evergreen „In mir klingt ein Lied“ nach einer Etüde von Frederic Chopin und dem Text von Alois Melchiar.

Das Publikum verabschiedete die Roberner Sänger unter Volker Benz und bedankte sich mit langanhaltendem Applaus für die gelungenen Vorträge.

Die Sängerinnen und Sänger aus Waldhausen besangen zunächst mit dem Hit „Aux Champs-Élysées“ die berühmte Pariser Prachtstraße und konstatierten anschließend mit dem Lied von Reinhard Mey „Welch ein Geschenk ist ein Lied“. Zum Abschied schenkte der Waldhausener Chor den Zuhörern noch die Feststellung „Als Freunde kamen wir“ von Gerd Omnen.

Der MGV Altheim stellte im Abschlussauftritt abermals seine Vielseitigkeit unter Beweis. Zunächst gab es mit „Fever“ von Eddie Cooley und John Davenport eine völlig neue Stilrichtung. In den Vortrag waren auch wieder choreographische Akzente eingebaut, bei denen man die „fiebrigen Schweißausbrüche“ gut wahrnehmen konnte.

Rockiges Schlusslied

„Barbar’ Ann“ als rockiges Schlusslied heizte noch mal kräftig ein und begeisterte das Publikum, so dass die Altheimer Sänger nicht ohne Zugabe von der Bühne kamen. Diese wurde dann mit „Astronaut“ auch gerne gewährt. Als Solisten wirkten bei „Barbar’ Ann“ Hubert Mühling und bei „Astronaut“ Raphael Neuberger. hm