Walldürn

Verkaufsoffener Sonntag wird gestrichen FN-Gespräch mit Bürgermeister Markus Günther, dem Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins

Ab 2019 gibt es keinen „Walldürner Herbst“ mehr

Archivartikel

Walldürn.Die Tage der Veranstaltung „Walldürner Herbst“ sind gezählt. 2019 wird der verkaufsoffene Sonntag nicht mehr durchgeführt, das sagte Bürgermeister Markus Günther gestern bei einem Gespräch mit den FN im Rathaus in seiner Funktion als Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. „Damit tragen wir der seit Jahren sinkenden Beteiligung und einer Umfrage unter den Mitgliedern des Stadtmarketingvereins Rechnung“, sagte Günther.

Vor der Bewertung der aktuellen Entwicklung ging Günther auf eine Umfrage von vor rund acht Jahren ein. Früher gab es vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Walldürn, ehe die Landesregierung die Zahl auf Drei senkte. In einer Umfrage hatte sich damals die Mehrheit der Mitglieder für die Streichung des verkaufsoffenen Sonntags am Blumen- und Lichterfest ausgesprochen. Eine Entscheidung, die damals durchaus für Gesprächsstoff sorgte.

Den offenen Sonntag am Stadtfest wird es ab dem kommenden Jahr wieder geben. Dafür fällt dann der Tag im Herbst weg. Das ist das Resultat einer Umfrage, die der Stadtmarketingverein im Frühjahr bei seinen Mitgliedern durchgeführt hat. Weiter geben wird den verkaufsoffenen Sonntag am Walldürner Frühling, verkaufsoffen ist auch Christi Himmelfahrt beim Blumen- und Lichterfest.

Die 92 Mitglieder des Stadtmarketingvereins – darunter Ladengeschäfte, Gastronomiebetriebe oder Handwerksbetriebe – wurden im Frühjahr angeschrieben und um ihre Meinung zu den verkaufsoffenen Sonntagen gebeten. 30 haben geantwortet.

„Das Ergebnis war eindeutig. Nur sechs Mitglieder haben für den Sonntag beim Walldürner Herbst votiert. 18 aber für den Sonntag beim Blumen- und Lichterfest“, so der Vorsitzende, der von einem „eindeutigen Ergebnis“ sprach.

Dazu seien noch separate Vorschläge genannt worden. Zur Erinnerung: Bei der damaligen Umfrage stimmten 80 Prozent gegen den Sonntag beim Stadtfest. Der wird 2019 jetzt wieder als verkaufsoffener Tag eingeführt.

Keine Resonanz

Markus Günther ging auf den Walldürner Herbst 2017 ein. Von den 28 Geschäften in der Innenstadt hatten 13 geöffnet, davon waren vier Mitglieder des Stadtmarketingvereins. Der parallel veranstaltete Direktvermarktertag war stark von Schwund betroffen, „es gab noch einen Stand“. Das hat bei den Besuchern zu Unzufriedenheit geführt, wie Rückmeldungen gezeigt hätten.

Und für 2018 habe man 65 Direktvermarkter und Firmen angeschrieben, so Günther. Die Resonanz war gleich Null. „Kein Einziger hat seine Bereitschaft erklärt, mitzumachen.“

Das alles habe man im Vorstand des Stadtmarketingvereins besprochen und die Entscheidung getroffen, im kommenden Jahr im Oktober keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr zu veranstalten. „Ich bedauere diese Entscheidung, sie ist dem Vorstand nicht leicht gefallen. Aber es war ein einstimmiger Beschluss“, wie er weiter sagte. Unter Berücksichtigung aller Aspekte müsse man überlegen, „Manpower und Geld anders einzusetzen“. Die Entwicklung des Walldürner Herbstes in den letzten Jahren sei „unbefriedigend und kontraproduktiv gewesen und immer weiter nach unten gegangen“.

Diese Entscheidung gilt für 2019, noch nicht für 2018. Es gebe also pro forma noch einen verkaufsoffenen Sonntag. An diesem zweiten Sonntag im Oktober werde es aber kein Rahmenprogramm geben, so Günther, und der Tag werde auch nicht beworben. Den Tag gibt es nochmals, weil der Verein beim Gemeindeverwaltungsverband das Marktrecht für jeweils drei Jahre beantragt und die Neuerung somit erst im kommenden Jahr greift.

Dieser Beschluss bedeute nicht, „dass wir jetzt im Herbst gar nichts mehr machen wollen“, so Günther weiter. Es gebe verschiedene Überlegungen, „wir wollen andere Wege gehen“. Etwa in Anlehnung an den „Black Friday“ in den USA am letzten Freitag der Sommerferien eine lange Einkaufsnacht mit Rahmenprogramm zu veranstalten. Oder ein Weinfest oder ein Oktoberfest, das das dann am Freitag und Samstag durchgeführt würde. Der Vorteil: Im Gegensatz zu einem verkaufsoffenen Sonntag ist die Stadt bei der Terminierung einer Einkaufsnacht außerhalb eines Sonntags frei. Hier seien aber noch weitere Gespräche nötig.