Walldürn

Alles auf Anfang?

Ralf Scherer zur Zukunft der Streuobstwiese

Die Zukunft der Streuobstwiese des Biotopschutzbunds wollen die Verantwortlichen des Gemeindeverwaltungsverbands „abschließend klären“, wenn die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet „Löschenäcker“ ansteht. Bis dahin können noch viele Jahre vergehen. Wann es soweit sein wird und ob es überhaupt jemals dazu kommt, kann derzeit niemand zuverlässig sagen. Möglicherweise müssen am Ende Gerichte über die Planung entscheiden. Die 130 seltenen Obstbäume sind dann längst zu einer stattlichen Größe herangewachsen und bilden ein einmaliges Refugium für mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten. Und die Biotopschützer haben bis dahin ein Vielfaches der bisher aufgewendeten Energie in ihr Vorzeigeprojekt investiert.

Wie soll dann noch ein gleichwertiger Ausgleich geschaffen werden, wenn die Streuobstwiese tatsächlich einer Gewerbeansiedlung weichen soll? Den Verlust mit Geld kompensieren? Davon hätte die Natur nichts und das Engagement des Biotopschutzbunds wäre unwiederbringlich verloren. An anderer Stelle mit dem gleichen Projekt noch einmal von vorne anfangen? Realitätsfern und unzumutbar.

Die Zukunft der preisgekrönten Streuobstwiese muss deshalb so schnell wie möglich geklärt werden – bevor durch ein Vorantreiben der Planung einseitig Fakten geschaffen werden.

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