Walldürn

Odenwälder Freilandmuseum 20 Musikgruppen und 160 Solisten aus halb Europa spielten am Wochenende beim 20. „Winneweh“-Festival

Alte Musik sorgte für einzigartiges Flair

Archivartikel

Zwanzig Musikgruppen und 160 Solisten spielten am Wochenende beim „Winneweh“-Festival im Odenwälder Freilandmuseum auf ihren historischen Instrumenten.

Gottersdorf. Es ist zur festen Institution im Odenwälder Freilandmuseum geworden: das Treffen der Spielleute. Unter dem Motto „Winneweh“ präsentierte das Museum zum 20. Mal alte Musik aus zehn Jahrhunderten bis in die Gegenwart. Es gaben sich am Wochenende zwanzig Musikgruppen und 160 Einzelspieler mit ihren Instrumenten ein Stelldichein.

Die Musiker kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Schweden, Frankreich, Spanien, Belgien, Holland, der Schweiz und sogar aus Brasilien nach Gotterdorf. Gespielt wurde auf Instrumenten vom Alphorn bis Zink.

„Winnweh“ wird von der Gruppe „Dudelquetsch“ zusammen mit der Museumsleitung organisiert. Gleichzeitig ist dieses Treffen auch das internationale Jahrestreffen der Spielleute. Dabei tauschen sich die Musiker aus oder bilden Gruppen, um gemeinsam in den Häusern oder auf dem Museumsgelände zu musizieren. Dabei wollen die Teilnehmer Musik machen, die Spaß macht. Ohne viel Technik, auf akustischen, zum Teil selbst gebauten Instrumenten und ohne den Anspruch perfekt zu sein.

Auch die Besucherzahl war an diesem Wochenende sehr erfreulich, das Wetter hatte sich von seiner schönsten Seite gezeigt. Zwei Tage lang konnten die Gäste durch das Museumsdorf streifen, die altertümliche Darbietungen auf sich wirken lassen und den Musikern Fragen über Instrumente, Musik und Gesang stellen.

Die Besucher bekamen Instrumente wie Krummhörner, Drehleiern, Trommeln, Flöten, Geigen, Sackpfeifen, Schlüsselfiedeln, Harfen, Alphörner und ein altes Instrument, das sich „Zink“ nennt, zu sehen und zu hören.

So mancher Gast ließ es sich nicht nehmen, zu den Klängen der Musik ein Tänzchen einzulegen. Auch durfte man Instrumente selbst ausprobieren. Auf dem Wiesengelände führten Frauen einen Labyrinth-Tanz vor. Ein Tanz, der um 1396 in den französischen Kathedralen zum Osterfest eingeführt worden war. Der Tanz ist höchster Ausdruck menschlicher Freude. An beiden Tagen spielten alle Musiker gemeinsam in der Bürgstadter Dreschhalle zum Tanz auf. Vom orientalischen Tanz bis zum originalen Odenwälder „Winneweh“ wurde dem Publikum etwas fürs Auge geboten.

Die zweitägige Veranstaltung in Gottersdorf ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Die Musiker und Gruppen spielen ohne Honorar zugunsten des Odenwälder Freilandmuseums. Viele der Spielleute, die regelmäßig zu Festivals dieser Art fahren, finden den Veranstaltungsort Gottersdorf auf dem Museumsgelände mit den alten Häusern „total schön und einzigartig“. Deshalb kommen jedes Jahr mehr Musikfreunde dazu. hape