Walldürn

BLB gastiert Acht Vorstellungen auf dem Programm

Angebot reicht von Brecht bis Sutton

Walldürn.Mit acht Vorstellungen – darunter eine Kinderaufführung – gastiert die Badische Landesbühne in der Saison 2018/2019 in Walldürn. Die Aufführungen sind im Haus der offenen Tür, Beginn um 19.30 Uhr. Die Freilichtaufführung zum Abschluss im Hof der Grundschule beginnt um 20.30 Uhr.

Die Verantwortlichen der Badischen Landesbühne haben wieder ein abwechlungsreiches und interessantes Programm zusammengestellt. Geboten werden ein Kammermusical oder eine Theaterkomödie. Im Angebot sind Stücke von Brecht, Kafka oder Michaek Frayn

Beginn mit „Hexen“

Auftakt ist am Mittwoch, 17. Oktober, mit dem Stück „Hexen“. Das Kammermusical des deutschen Autors und Regisseurs Peter Lund und des amerikanischen Komponisten Danny Ashkenasi wurde nach der Uraufführung im Jahr 1991 zu einem Dauerbrenner auf Deutschlands Studiobühnen. Die Musik bietet Anklänge an amerikanische Volksmusik, die Werke Weills, französischen Chanson und jiddischen Klezmer.

„Das Leben des Galilei“ folgt am Mittwoch, 28. November. Bertolt Brecht begann Leben des Galilei im dänischen Exil und stellte von Anfang an die Beziehung von Wissen und Macht ins Zentrum seines Stücks. Unter dem Eindruck des Abwurfs amerikanischer Atombomben interessierte ihn zunehmend die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft.

Am Mittwoch, 9. Januar, folgt „Der nackte Wahnsinn“. Mit „Noises Off“, so der englischsprachige Titel, gelang dem britischen Autor Michael Frayn einer der großen Klassiker unter den Theaterkomödien. Seit der Uraufführung 1982 in London wird seine „Farce in der Farce“ weltweit erfolgreich nachgespielt und ist eine zeitlose Liebeserklärung an das Theater.

Das Stück „Komplize“ ist am Mittwoch, 20. März, zu sehen. Der amerikanische Dramatiker Joe Sutton schreibt Stücke zu aktuellen politischen Themen. Dafür wurde er unter anderem für den Pulitzerpreis nominiert. In seinem Politthriller Komplize zeichnet er das Porträt einer Gesellschaft, in der Staatsmacht außer Kontrolle gerät.

Mit „Die Glasmenagerie“ geht es am Mittwoch, 24. April, weiter. Tennessee Williams (1911 bis 1983) schuf ein „Erinnerungsspiel“ über den Wunsch jedes Menschen nach Selbstverwirklichung und persönlicher Freiheit. Es ist neben „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und „Endstation Sehnsucht“ das bekannteste Stück des Pulitzerpreis gekrönten Autors.

„Amerika“ folgt am Mittwoch, 22. Mai. „Der Verschollene“ lautete der ursprünglich von Franz Kafka intendierte Titel für seinen unvollendeten Roman. Dessen Themen – Isolation und Fremdheit, Konflikte mit Vaterfiguren, Scheitern und das Gefühl des Ausgeliefertseins an anonyme Mächte – sind exemplarische Themen Kafkas, einem der wichtigsten Autoren der Moderne.

Freilichtaufführung

Dann folgen zwei Freilichtaufführungen. Am Mittwoch, 3. Juli, steht um 17 Uhr „Des Kaisers neue Kleider“ auf dem Spielplan. Hans Christian Andersens Kunstmärchen nimmt die Eitelkeit der Herrschenden aufs Korn, macht Mut, gegen den Strom zu schwimmen, und sorgt als Familienstück zum Theatersommer für beste Unterhaltung. Abends folgt „Don Camillo und Peppone“ von Giovannino Guareschi (1908 bis 1968). Mit seinen derben Streichen und sentimentalen Momenten ist es der volkstümlichste Roman der italienischen Literatur. Gezeigt wird die Theaterfassung von Gerold Theobalt.