Walldürn

Unterfränkische Kulturtage Vernissage im FIA-Forum Amorbach zur Ausstellung „Chaweng“ mit Werken der Donebacher Künstlerin Bettina Hoffmann

Ausdrucksstarke Bilder mit Zwischentönen

Amorbach/Donebach.Überdimensionale Bilder erwarten den Betrachter im FIA-Forum, aber auch kleinformatige Werke. Die Arbeiten der Donebacherin Bettina Hoffmann ziehen die Aufmerksamkeit förmlich an und laden zur ganz persönlichen Auseinandersetzung und Interpretation ein.

Anlässlich der Unterfränkischen Kulturtage in Amorbach, die gerade begonnen haben, stellt die Künstlerin aus dem Badischen ihre neuesten und teilweise etwas älteren Schöpfungen in der bayerischen Kleinstadt aus. Zur Vernissage waren viele zahlreiche Kunstinteressierte gekommen.

Strandname als Titel

Ihnen stellte die Vorsitzende der Freien Internationalen Akademie (FIA), Anna Tretter, das Schaffen der Malerin vor und ging näher auf deren Vita ein. „Chaweng“, den Namen eines thailändischen Strandes, habe sich die Künstlerin für ihre Ausstellung ausgesucht. In dem Titel verberge sich aber auch das fränkische „aweng“ für ein wenig, was auf die neuen Bilder bezogen weniger Farbmasse bedeute.

Bettina Hoffmann bevorzuge Acrylfarbe für ihre Malerei auf Leinwand. Farbe, Formen und der Prozess des Gestaltens stünden im Mittelpunkt der Arbeiten. Die Farben, der Pinselduktus oder die Bearbeitung der Oberfläche ließen vielfältige Assoziationen zu. Die neuesten Bilder haben eine Gesso-Schicht (Kreidegrund-Schicht), was die Farbe stumpfer erscheinen lässt. Mit breitem Pinsel entstehen Formen, die durch das Wegwischen der dünnen, frischen Farbhaut zustande kommen. In einigen Bildern verwendet Hoffmann auch Sprayfarbe. In verschiedenen Werken spielt der Entstehungsprozess eine zentrale Rolle. Sie werden immer wieder neu übermalt.

Agierend arbeiten, wegnehmen und wieder neue Schichten auftragen - das mache die Kunst der Donebacherin aus. Es gehe dabei, so Tretter, um Kommunikation und die grundsätzliche Frage: „Existiert die Welt, auch wenn wir sie nicht betrachten?“ In der „Chaweng“-Ausstellung ist eine Serie von Bildern mit eher lasierendem, dünnerem und zum Teil geschütteten Farbauftrag zu sehen. Das Spannende daran ist, dass untere Farbschichten durchscheinen und so Zwischentöne hervortreten lassen. Gelb, Grün, Blau und Pastelltöne sind bevorzugte Farbgebungen, rot ist eher selten.

Die gebürtige Darmstädterin lebte ab 1973 in Götzingen und ist seit 1990 in Donebach wohnhaft. Die ausgebildete Pädagogin studierte von 1995 bis 2000 Malerei an der Staatlichen Akademie die Bildenden Künste in Karlsruhe bei Professor Gustav Kluge und Karin Sander. In ihrem Atelier in Donebach entstehen Kunstwerke, die sie regelmäßig in Ausstellungen präsentiert. Seit 2001 ist Bettina Hoffmann als Kunsterzieherin am Nikolaus-Kistner-Gymnasium in Mosbach tätig. 1996 wurde sie mit dem Arthur Grimm-Preis, dem Kunstpreis des Neckar-Odenwald-Kreises für Malerei ausgezeichnet.

Die Künstlerin ist seit vielen Jahren Mitglied im Kunstverein Neckar-Odenwald und seit geraumer Zeit auch in der Freien Internationalen Akademie Amorbach. mira