Walldürn

Kriminalitätslagebild vorgestellt Martin Fessner, Leiter des Polizeireviers Buchen, präsentierte die Zahlen von 2018

Bei den Straftaten im Zehn-Jahres-Tief

Archivartikel

Walldürn.Die Zahl der Straftaten ist 2018 in Walldürn deutlich gesunken. Das wurde bei der Vorstellung des Kriminalitätslagebildes durch Kriminaloberrat Martin Fessner deutlich. Der Leiter des Polizeireviers Buchen präsentierte den Räten bei der Sitzung am Montag im Haus der offenen Tür die Zahlen des vergangenen Jahres.

Die Zahl der bekanntgewordenen Straftaten ist demnach um 16,3 Prozent von 465 Fällen auf 389 zurückgegangen. Zum Vergleich: Im Kreis gab es ein Plus von 1,2 Prozent (von 4757 Straftaten auf 4812), im Bereich des Polizeipräsidiums (PP) Heilbronn einen Rückgang von 0,1 Prozent (von 33 210 auf 33 164) und in Baden-Württemberg ein Minus von 1,3 Prozent (von 579 953 Taten auf 572 173). Die Entwicklung der Fallzahlen in Walldürn auf einem Zehn-Jahres-Tief, sagte Fessner.

Einen deutlichen Rückgang gab es auch bei der Häufigkeitszahl, das ist die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner. Die lag in Walldürn 2018 bei 3374, ein Minus von 16,1 Prozent bei 4021 im Jahr 2017. Wieder der Vergleich: Im Kreis gab es ein Plus von 1,1 Prozent (von 3320 auf 3356), im Bereich des PP Heilbronn ein Minus von 0,7 Prozent (von 3918 auf 3889) und im Land einen Rückgang von 5295 auf 5191, ein Minus von circa zwei Prozent.

Sehen lassen kann sich auch die Aufklärungsquote. Die lag 2018 in Walldürn bei 75,1 Prozent, 2017 waren es 78,7. Im Kreis lag die Quote bei 65 Prozent, im Bereich des PP Heilbronn bei 61,2 und im Land bei 62,7 Prozent.

„2018 gab es keine Straftat gegen das Leben“, so Fessner bei der Zusammenfassung. Also keinen Mord und keinen Totschlag. Es gab zehn Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter fallen Vergewaltigung, sexuelle Beleidigung oder Kinderpornografie, weiter zwei Raubdelikte. Mit 55 Fällen gab es die gleiche Anzahl bei den Fällen von Körperverletzung. Allerdings gab es hier eine Verschiebung: Abgenommen haben die einfachen Körperverletzungen, zugenommen dagegen die gefährlichen Körperverletzungen.

Das ist dann der Fall, wenn mehrere Personen eine Person attackieren oder wenn eine Waffe, etwa ein Messer, benutzt wird. Stark zurückgegangen seien die Fälle bei Diebstahl.

Einen starken Anstieg gab es dagegen bei den Betrugsdelikten, und zwar von 49 Fällen in 2017 auf 79 in 2018. Die Zahl der Sachbeschädigungen befindet sich mit 36 auf einem Fünf-Jahres-Tief. Und einen Rückgang gab es auch bei der Rauschgiftkriminalität: 44 Fälle waren es, 2017 lag die Zahl noch bei 60.

„In Walldürn haben wir eine geringe Belastung mit schwerer Kriminalität und bei den Straftaten sind wir in einem Zehn-Jahres-Tief“, zog Fessner ein Fazit, auch wenn natürlich jeder Fall ein Fall zuviel sei..

Er nannte abschließend noch die Schwerpunkte der Arbeit der Polizei im Revierbereich Buchen. Die liege auf Taten im Bereich „Enkeltrick“ und „falsche Polizeibeamte“. Weiter in der Ausbildungsarbeit und bei den Verkehrskontrollen. Hier wolle das Land die Zahl der schweren Unfallfolgen reduzieren.

Ziel sei hier nicht Abzocke, so der Kriminaloberrat, sondern mehr Verkehrsdisziplin. Kontrolliert würden etwa das Anlegen des Gurtes, Fahrten unter Alkohol oder Drogen, die Geschwindigkeit oder mit dem Handy telefonieren während der Fahrt.

„Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligkeit, aber mit einer gehörigen Portion Sicherheit“, sagte Bürgermeister Markus Günther abschließend. Unter dem Applaus des Gemeinderates dankte er den Beamten des Polizeipräsidiums Heilbronn, des Polizeireviers Buchen und des Polizeipostens Walldürn für „ihre hervorragende Arbeit“. mar