Walldürn

Einbürgerungsfeier In den Räumen der Volksbank Franken bekamen zwölf Personen die deutsche Staatsbürgerschaft

„Bekenntnis zu gemeinsamer Zukunft“

Archivartikel

Walldürn.Eine Einbürgerungsfeier fand in den Räumen der Volksbank statt. Die zwischenzeitlich schon 19. Einbürgerungsfeier im Neckar-Odenwald-Kreis wurde von Simone Bleifuß, Silvia Duschek (beide Violine) und Jutta Pfeil (E-Piano) von der Städtischen Musikschule musikalisch umrahmt.

Holger Dörr, Prokurist und Generalbevollmächtigter bei der Volksbank Franken, sagte, Integration sei keine einfache Aufgabe und keine schnelle Angelegenheit, sondern vielmehr ein langfristiger, vielschichtiger und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Prozess, bei dem alle Beteiligten aktiv mitarbeiten müssen und jeder seinen Beitrag zum guten Gelingen der Integration zu leisten hat.

Am Ziel angekommen

Mit der Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft würden alle, die an diesem Tag in den Kreis deutscher Staatsbürger aufgenommen würden, zeigen und unterstreichen, dass sie sich mit dem politischen und gesellschaftlichen System in Deutschland identifizieren würden. Am Ende und somit Ziel eines steinigen und oftmals auch holprigen Weges angelangt, gelte es nunmehr, sich aktiv und engagiert in der neuen Heimat einzubringen.

Landrat Dr. Achim Brötel führte aus, zwölf Personen – acht Frauen und vier Männer – würden an diesem Tag die deutsche Staatsangehörigkeit mit nach Hause nehmen können. Mit der Aushändigung der Einbürgerungsurkunde würden sie somit in den Kreis der deutschen Staatsangehörigen aufgenommen. Weitere 15 seien bereits eingebürgert und an diesem Tag aber teil-weise trotzdem anwesend, als äußeres Zeichen der Verbundenheit.

Nach der ersten Einbürgerungsfeier am 5. Juni 2008 sei dies bereits die 19. Einbürgerungsfeier, die man in einem solchen festlichen Rahmen abhalte. Früher sei die Einbürgerung ein schlichter Verwaltungsakt, eine Amtshandlung, gewesen. Dass man stattdessen nun bei der Volksbank in Walldürn zu Gast sein dürfe, sei nicht nur den deutlich schöneren Räumen geschuldet. Es gehe in Wirklichkeit nämlich um sehr viel mehr: Man wolle mit dieser Feier ein Zeichen setzen, dass alle Neueinzubürgernden nicht nur in Deutschland angekommen, sondern als vollwertige und gleichberechtigte Mitbürger vor allem auch in ganz besonderer Weise willkommen seien.

Großbritannien auf Platz Drei

Bei den Herkunftsländern sei die Türkei in den letzten Jahren immer ganz vorne gelegen, was auch dem landesweiten Trend entspreche. Auf Platz 2 folge dann der Kosovo, und ganz neu auf Platz 3 Großbritannien, was ganz offensichtlich als eine klare Folge des drohenden Brexit angesehen werden könne. Ansonsten würden sich die Herkunftsländer quer über den ganzen Erdball verteilen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis lebe man schon seit jeher von der sprachlichen, kulturellen, sportlichen und sonstigen Vielfalt. Erst alle gemeinsam würden das Gesicht dieses Kreises prägen. Viele der bei dieser Einbürgerungsfeier weilenden Personen würden schon lange hier wohnen, teilweise seien sie sogar schon hier geboren und auch aufgewachsen, und nirgends werde eine gelungene Integration deutlich sichtbarer und spürbarer als eben in der Einbürgerung.

Deutschland sei ein Teil der freien Welt – ein friedliches, pluralistisches und demokratisches Gemeinwesen, offen vielfältig und stark. Zu diesem Deutschland würden nun alle zwölf Neubürger auf neue Weise „Ja“ sagen, und umgekehrt aber auch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg und der Neckar-Odenwald-Kreis mit dessen ganzer Bevölkerung zu den Neubürgern.

Das sei ein beachtlicher Vertrauensvorschuss, den man sich hier gegenseitig zubillige, so der Landrat. Mit dem „Ja“ an diesem Tag sei für die Neubürger die Bundesrepublik Deutschland endgültig zur neuen Heimat geworden.

Der Neckar-Odenwald-Kreis sei immer wieder durch Menschen geprägt und positiv beeinflusst worden, die hier zunächst fremd gewesen seien, dann aber dort eine neue Heimat gefunden hätten.

Niemand solle deshalb aber seine alte Heimat oder die Heimat seiner Eltern vergessen, niemand die Traditionen, die Lieder, die Bräuche, die Kultur komplett zurücklassen. Die Einbürgerung sei nämlich keine Abkehr von der Vergangenheit, sondern vielmehr ein Bekenntnis zu einer neuen gemeinsamen Zukunft. Dies sei ein ganz entscheidender Unterschied.

Bürgermeister Markus Günther sagte, die Neueinzubürgernden hätten für sich einen persönlich wichtigen Schritt getan. Mit ihrem Antrag auf Einbürgerung hätten sie deutlich gemacht, dass sie sich mit dem Land verbunden fühlen würden, in dem sie schon seit vielen Jahren leben, arbeiten und wohnen und in dem auch bei vielen von ihnen die Familie ansässig sei.

Mit der Einbürgerung werde signalisiert, dass die Neubürger im Neckar-Odenwald-Kreis und ihren Wohnorten zu Hause seien. Integration in diese Gesellschaft sei für diese Personen schon längst kein Fremdwort mehr, doch um eine wirkliche und nachhaltige Integration müssten sich alle Beteiligten stets aufs Neue bemühen. Aktive Mitarbeit, Offenheit, Toleranz und gegenseitiges Interesse seien unabdingbare Voraussetzungen dafür, dass dieser nicht immer ganz einfache Prozess auch tatsächlich gelinge.

Nach einer Ansprache von Marouane Benassou aus Marokko erfolgte als Höhepunkt die Überreichung der Einbürgerungsurkunde durch Landrat Dr. Achim Brötel an die Frauen und Männer aus Adelsheim, Buchen, Elztal, Mosbach, Mudau, Neckarzimmern, Ravenstein und Walldürn sowie eines Willkommensgeschenks an die bei dieser Feier ebenfalls anwesenden Frauen und Männer aus Adelsheim, Billigheim, Buchen, Limbach, Mosbach, Neckargerach, Seckach, Waldbrunn und Walldürn, die die Einbürgerung aus zwingenden Gründen bereits vorab erhalten hatten. ds