Walldürn

Feierliches Gelöbnis 19 Rekruten des Logistikbataillons 461 bekannten sich zu ihrer Grundpflicht

"Beruf verlangt im Extremfall alles ab"

19 Rekruten des Logistikbataillons 461 haben am Donnerstag im Pfarrheim das feierliche Gelöbnis abgelegt. Zeugen der Zeremonie waren viele Verwandte, Freunde und Ehrengäste.

Walldürn. Begrüßt wurden sie im katholischen Pfarrheim vom Kommandeur des Logistikbataillons, Oberstleutnant Marko Dietzmann. "Feierliche Gelöbnisse sind ein fester Bestandteil der Kultur unserer demokratischen Verfassung und des Bildes moderner Streitkräfte." Und in Richtung der Rekruten sagte er: "Weiter würdigen wir damit die Menschen, die heute und künftig mit höchstem persönlichem Engagement für unseren demokratischen Rechtsstaat einstehen." Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte wieder das Blechbläsersextett des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Hauptfeldwebel Mathias Müller.

"Nicht nur Kämpfer"

MdB Alois Gerig sagte, dass sich mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes die Sicherheitslage verändert habe und man vor ganz neuen Herausforderungen stehe. Das Szenarium früherer Zeiten - eine unmittelbare militärische Bedrohung - sei nicht mehr gegeben, dafür werde das Mitwirken an der Lösung von internationalen Konflikten und Krisen erwartet. Konfliktverhütung, Krisenbewältigung und Friedenssicherung, Bekämpfung asymmetrischer Bedrohungen sowie des internationalen Terrorismus, so würden heute die Ziele definiert.

Und die Einsätze würden sich oft als Mischung von humanitären, polizeilichen und militärischen Aufgaben gestalten. Das stelle an die Soldaten ganz neue Anforderungen Sie seien nicht nur Kämpfer, sondern auch Konfliktvermittler und Krisenmanager, die zudem fähig sein müssten, sich in ihnen fremden politischen oder kulturellen Strukturen zu bewegen.

MdB Dr. Dorothee Schlegel machte deutlich, dass sich die Bundeswehr als Armee in der Demokratie und für die Demokratie bewährt habe, das zentrale Leitbild der Inneren Führung und des Soldaten als Staatsbürger in Uniform sei Maßstab für den Dienst in der Bundeswehr und den Einsatz der Bundeswehr für Frieden und Freiheit weltweit.

Es gelte, sich zu modernen und leistungsfähigen Streitkräften zu bekennen, die über angemessene Fähigkeiten und Ausrüstung zur Landes- und Bündnisverteidigung sowie zur internationalen Krisenbewältigung verfügen müsse. Konfliktbewältigung, Krisenbewältigung und Friedenssicherung, Bekämpfung asymmetrischer Bedrohungen sowie des internationalen Terrors - so würden heute die Ziele der Bundeswehr definiert. Das stelle an die Soldaten ganz neue Anforderungen.

Landrat Dr. Achim Brötel sagte, mehr als 15 Millionen Soldatinnen und Soldaten hätten in den letzten Jahren und Jahrzehnten in der Bundeswehr gedient. Eine schier unvorstellbar große Zahl. "Eine Armee von Bürgern für Bürger, die uns seit über 60 Jahren ein Leben in Frieden und Freiheit garantiert." Die zum Schutz der Menschen und zur Bewältigung außergewöhnlicher Herausforderungen immer da ist, wenn man sie brauche. "Die weltweit in über 60 Einsätzen für die Menschenrechte und die Menschenwürde gekämpft und dafür selbst das eigene Leben riskiert hat." Wenn es eine Lehre aus der Geschichte gebe, dann die, dass der Frieden eben doch kein Geschenk des Himmels ist, sondern vielmehr eine große menschliche Leistung. Wer nicht immer wieder aufs Neue bereit sei, den Frieden und die Freiheit entschlossen und glaubhaft zu verteidigen, der werde sie deshalb auf Dauer auch nicht bewahren können. "Die Bundeswehr hat das in der Vergangenheit immer getan. Um diese große Aufgabe auch künftig erfüllen zu können, brauchen wir aber weiterhin junge Frauen und Männer wie Sie, die bereit sind, sich auf diese Weise für unser Land einzusetzen."

"Die Bundeswehr sichert unseren Frieden. Sie ist eine existenzielle Grundlage für das Leben in Freiheit, für die Sicherung unseres freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaates", so Bürgermeister Markus Günther.

Wenn man aus dem vergangenen 20. Jahrhundert eines gelernt habe, dann dies: "Diktaturen und einer unmenschlichen Politik darf man keinen Raum geben. Jede Gewalt nach Innen kann nämlich irgendwann auch zur Bedrohung nach Außen werden."

Deutschland habe sich im Rahmen ihrer internationalen Verpflichtungen engagiert. Viele der Soldaten aus der Nibelungenkaserne waren erst jüngst mit Friedensmissionen, sei es in Mali oder in Afghanistan, im Kosovo oder im Irak betraut. Diese Friedensmissionen seien mit nicht unerheblichen Gefahren verbunden. Das müssten sich die Rekruten immer vergegenwärtigen, sie könnten selbst in die Lage kommen, an solchen Missionen teilzunehmen.

"Abenteuer Bundeswehr"

Sabrina Keupp gab den Gästen der Zeremonie für die Rekruten einen Einblick in das "Abenteuer Bundeswehr". Bei allem Erlebten sei "die Kameradschaft ganz besonders wichtig." Mit ihr stehe und falle das militärische Leben und nicht umsonst werde sie so groß geschrieben.

Oberstleutnant Dietzmann ging in seiner Gelöbnisrede ebenfalls auf die Kameradschaft ein. "Soldatinnen und Soldaten üben einen besonderen Beruf aus. Einen Beruf, der im Extremfall alles abverlangt, bis hin zum Einsatz des eigenen Lebens. Dies verlange sehr viel Flexibilität und höchsten Einsatz bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Eines macht diese Belastungen erträglicher: Kameradschaft!", so der Offizier.

"Kameradschaft ist das Band zwischen ihnen, um die kommenden Belastungen zu bestehen. Gemeinsam sind wir stark und ergänzen uns in einer Weise, welche uns die höchsten Hürden überwinden lässt. Halten sie daran stets fest. Es ist unabdingbarer Bestandteil unserer Tradition, unseres Berufsethos, welchem sie sich verpflichtet fühlen", so Dietzmann. Nach dem Gelöbnischoral gelobten die Rekruten anschließend, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen".

Besiegelt wurden die Worte anschließend per Handschlag der Rekruten mit Oberstleutnant Dietzmann, MdB Gerig, MdB Dr. Schlegel, Landrat Dr. Brötel und Bürgermeister Günther.