Walldürn

Leserbrief Zum Artikel „Strecke wird stiefmütterlich behandelt“ vom 28. November

Bisher nur die Mängel festgestellt

Wie sich doch die Verhältnisse unterscheiden! Da wird auf der sogenannten Madonnenlandbahn eine Haltestelle, Rippberg, für 350 000 Euro modernisiert, mit allen Schikanen wie LED-Beleuchtung, Verlängerung des Bahnsteigs, Blindenleitsystem und elektronischer Anzeige.

So berichten es jedenfalls die FN mit einem Bild der Verantwortlichen von Westfrankenbahn und Landkreis Neckar-Odenwald. Allerdings beklagt der dortige Landrat die stiefmütterliche Behandlung der Strecke.

Wenn das eine stiefmütterliche Behandlung ist, wie nennt man denn dann den Zustand auf dem Streckenabschnitt Lauda-Osterburken? Dort geschieht nichts, außer dass das Land Baden-Württemberg die Bedienung der Zwischenstationen klammheimlich aus der Ausschreibung der Nahverkehrsleistungen genommen hat.

Durch eine Anfrage der AfD im Landtag, über die redaktionell und in Leserbriefen schon berichtet wurde, kam heraus, dass außer der Feststellung der Mängel und halbherzigen Lippenbekenntnissen der vor Ort verantwortlichen Politiker, einfach nichts geschieht.

Hier Metropolregion Rhein-Neckar, dort „metropolitaner Verflechtungsraum der Europäischen Metropolregion Stuttgart“, wie das offiziell auf der einschlägigen Homepage heißt. Zu letzterem gehört wohl der Main-Tauber-Kreis und hat so gar nichts mit ihr zu tun.

Ebenso erfährt er nicht die bevorzugte Behandlung der Region im mittleren Neckarraum. Der Neckar-Odenwald-Kreis liegt da auf der Sonnenseite, der von den Verwaltungsstrategen in den siebziger Jahren dem Regierungsbezirk Stuttgart zugeschlagene Main-Tauber-Kreis bleibt im Schatten, besonders was den öffentlichen Nahverkehr betrifft.

Weit entfernt ist da der vom Land beworbene Drei-Löwen-Takt, denn diese drei Großkatzen bremsen scharf ab, wenn sie an die Kreisgrenze kommen.

Liebe Politiker vor Ort: Kämpft um die Nahverkehrsanbindung einer attraktiven Region und reaktiviert die Bahnstrecke zwischen Lauda und Osterburken mit einem annehmbaren Taktverkehr, die es auch den Nicht-Autofahrern ermöglicht, problemlos in die umliegenden Zentren Würzburg, Rhein-Neckar und Heilbronn zu kommen.

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