Walldürn

Seniorentag bei der Walldürner Wallfahrt Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch hielt die Predigt beim Pontifikalamt

„Das Blut Jesu ist unsere Kraftquelle“

Der Glaube als tragendes Fundament für das Leben eines Christen – das war eine der Kernaussagen von Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch beim Seniorentag bei der Walldürner Wallfahrt.

Walldürn. Der Geistliche aus Freiburg hielt die Predigt beim Pontifikalamt in der voll besetzten Basilika. Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM conv., ging bei der Begrüßung auf das Leitwort der Wallfahrt ein. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ – Jesus sagt diesen Satz zu seinen Jüngern. „Ich bin der Weg, nicht irgendein Weg, sondern der einzige Weg. Und genau auf diesem Weg und mit seiner Wahrheit, wollen wir unser weiteres Leben gestalten, damit wir zum ewigen Leben bei ihm, unserem Herrn gelangen.“ Er forderte die Gläubigen auf, „schöpfen Sie Kraft hier beim heiligen Blut in Walldürn für diesen weiteren Weg. Nehmen Sie die Stimmung dieser Wallfahrt mit hinaus in ihren Alltag und geben sie sie auch weiter an ihre Mitmenschen“.

Nach den Lesungen und der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Johannes ging Erzbischof em. Dr. Zollitsch auf das Alter ein. Bei der Feier der Eucharistie werde einem nachdrücklich vor Augen geführt, „was wir Jesus wert sind und was er für uns tut“. Als Senioren gehe der Blick zurück, die entscheidenden und prägenden Jahre des Lebens liegen hinter einem. Und auch wenn die eigentliche Spanne des Lebens hinter einem liege, sei sie doch nicht einfach Vergangenheit. „Sie ist Teil unseres Lebens, sie hat ihren Ort in unseren Herzen und in unserer Erinnerung.“

So schaue man auch vor Gott zurück auf das, was einem im Leben geschenkt wurde. Zu solch einer Rückschau gehören auch die schweren Stunden. Sorgen, Nöte, Krankheit und Leid. Grenzerfahrungen, Versagen und Schuld würden ebenso dazu gehören. „Doch als Christen wissen wir, dass wir alles in Gottes vergebende und bergende Hände legen und darin aufgehoben sein lassen dürfen.“ Das sei das Großartige und wirklich Befreiende an der Botschaft Jesu und am Evangelium: „Wir müssen nicht bei den schweren Stunden und den bedrückenden Erfahrungen hängen bleiben. Schuld und Sühne wird von Gott vergeben und ist vergessen.“

Blick auf den Anderen

Was bleibe, was das Leben trage und getragen habe, was es prägt und geprägt habe, das sind die Geschenke, von denen wir leben und die unser Leben reich machten und reicher machen. „Und das lenkt den Blick über unser eigenes Leben hinaus auf einen Anderen, auf den Anderen, aus dessen Händen alles kommt.“

Als Christ wisse man, von wem man lebe. „Unser Glaube schenkt uns ein tragendes Fundament für unser Leben, es gibt unserem Leben Sinn und Ziel. Jesus Christus, auf den unser Blutschrein den Blick lenkt, ist, wie es das Leitwort sagt, der Weg, der uns zum Leben führt. Er ist die Wahrheit, die uns und unser Leben in dieser Welt trägt und uns sagt, was richtig ist und unserem Leben Orientierung gibt.“

Was wäre aus dem Leben geworden, wenn nicht der Glaube einen getragen hätte, wenn nicht der Blick auf Jesus einem in schweren Stunden Mut und Kraft gegeben hätte. „Sein Blut, das für uns vergossen wurde, ist unsere Kraftquelle.“

Der Geistliche forderte dazu auf bei allem irdischen Diesseits-Denken, bei aller Hektik des Alltags, bei der Seniorenwallfahrt nicht nur zurückzuschauen, sondern mit Jesus nach vorne zu schauen, „und uns in seiner Verheißung auf das wirkliche Leben, das uns erwartet, neu festzumachen. Denn: „Wenn der lange Atem der Ewigkeit ausgeht, werden wir kurzatmig.“

„Du bist nicht allein“

Das Kreuz nannte der Erzbischof em. ein Zeichen unseres Glaubens. „Durch Jesu Auferstehung ist es zum Zeichen der Hoffnung und des Lebens geworden. Des Lebens, das Gott uns verheißen hat und das uns auch jetzt schon Tag für Tag trägt und Kraft gibt.“ Und Jesu zeige hier in Walldürn auf sein blutgetränktes Corporale und sage uns: „Vergiss nicht, was ich für Dich getan habe. Ich bin für Dich da und gehe mit Dir – gerade und auch in deinem Alter. Du bist nicht allein!“