Walldürn

Zweiter Wallfahrtssonntag Bischof Professor Dr. Peter Kohlgraf aus Mainz hielt die Predigt beim Pontifikalamt

„Das Leitwort ist eine klare Ansage“

Archivartikel

Bischof Professor Dr. Peter Kohlgraf aus Mainz hielt die Predigt beim Pontifikalamt am zweiten Wallfahrtssonntag. Er ging beim Familiensonntag auf das Leitwort der Wallfahrt ein.

Walldürn. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Geistliche das Leitwort der vierwöchigen Hauptwallfahrtszeit „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6). Kirchenmusikalisch feierlich umrahmt wurde das Pontifikalamt vom Kinder und Jugendchor der katholischen Pfarrgemeinde St. Georg unter der Leitung des Kirchenmusikers und Organisten Christopher Henk.

Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula OFM Conv. begrüßte nach dem Einzug in die Basilika, den Hauptzelebranten, Bürgermeister-Stellvertreter Theo Staudenmaier mit Stadträten und Kreisräten, die Mitglieder des Pfarrgemeinderates mit der stellvertretenden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Eva-Maria Kötter sowie die am Sonntagmorgen in Walldürn weilenden Pilgergruppen, darunter die aus Pilger aus Großrinderfeld.

Jesus gibt die Richtung vor

Pater Josef ging auf das Leitwort ein, einen Vers aus der Bergpredigt. Verlaufen, verwirrt, frustriert, verunsichert – genau diese Eigenschaften hätten die Jünger Jesu empfunden, als Jesus Christus ihnen offenbart habe, nicht mehr lange unten ihnen zu sein. Verlaufen, verwirrt, frustriert, verunsichert, so würden auch wir heute oft durch unser Leben laufen, Jugendliche und jungen Menschen in der Not um ihre Zukunft oder die ältere Generation in der Sorge um Einsamkeit und der Sorge vor dem Alleinsein und eventueller Armut. Doch in der Bergpredigt gebe uns Jesus die Richtung vor und zeige uns unser eigentliches Ziel auf.

Nach der von Lektor Hans-Peter Grießer vorgetragenen Lesung aus dem Buch Jesaja sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangelium nach Johannes durch Diakon Karl-Heinz Becker stellte Bischof Professor Dr. Peter Kohlgraf das Leitwort in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Wahrheit erfahren

Dieses Leitwort sei eine klare Ansage – aktuell zu allen Zeiten, und in diesem Jahr insbesondere. Der römische Prokurator in Judäa, Pontius Pilatus, habe Jesus Christus am Ende eines gemeinsam geführten Gespräches gefragt: „Was ist wahr?“ In der heutigen Zeit würden es Menschen oft verpassen, die Wahrheit zu erfahren, so wie sie im Leitwort der Wallfahrt zu hören sei: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“

Allerorts verändere sich in dieser Welt die Wahrheit heute immer wieder sehr stark, und immer wieder werde die Wahrheit so zurechtgerückt, wie sie gerade ins Konzept passe.

„Was ist wahr, und was ist nicht wahr?“ – das frage man sich oftmals, wenn man mit Neuigkeiten konfrontiert werde. Für viele sei die Wahrheit oft das, was sie gerne als wahr empfinden möchten. Viele würden oft das an andere verkaufen, was ihnen selbst nutze und von Nutzen sein könne. Gerade an einem solchen Tag und an einem solch einem bedeutenden und besonderen Ort christlichen katholischen Glaubens sollte ein jeder darüber nachdenken über das, was Wahrheit wirklich ist und dabei erkennen, dass Jesus Christus mit seiner Wahrheit uns Menschen dienen und den Mensch in seiner Liebe zu uns in den Mittelpunkt stellen möchte.

Jesus Christus sei kein Schauspieler – nein, er zeige uns Menschen die eigentliche Wahrheit des Lebens. Nach Gottes und Jesu Christi Willen sollten wir Menschen heute wahre Menschen der Wahrheit sein und auch bleiben.

Auch die augenblickliche Situation innerhalb der katholischen Kir-che lasse erkennen, dass die katholische Kirche von heute von vielen Menschen oftmals nicht mehr für glaubwürdig gehalten werde. Und auch die Kirche müsse deshalb wieder lernen, glaubwürdig zu sein. Dem Hinweis auf Jesu Christi Gegenwart und auf die göttliche Wahrheit komme dabei eine besondere Bedeutung zu.

Das allseitige Streben nach Barmherzigkeit und wahrer christlicher Nächstenliebe sei ein wichtiger Faktor auf der Suche nach dem richtigen Weg der Wahrheit. Auch das Pilgern sei ein gangbarer und erstrebenswerter Weg auf der Suche nach der Wahrheit, nach der lebendigen Wahrheit – einer Wahrheit der Orientierung und des Halts.

Am Ende dankte der Stadtpfarrer allen, die zum Gelingen dieses Gottesdienstes beigetragen haben. Nach dem bischöflichen Segen zogen der Bischof, der Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter, alle Konzelebranten und die Ministranten gemeinsam mit den Kindern zum Wallfahrtsplatz, wo der Bischof den Kindern und Jugendlichen am Freialtar einzeln die Hand zum Segen auflegte. Alle erhielten dort auch noch eine kleine Erinnerung an diesen Gottesdienst. ds