Walldürn

Pontifikalamt am Kölner Wallfahrtstag Weihbischof Rolf Steinhäuser predigte / „Das Opfer Christi bringt seit 2000 Jahren Rettung “

„Die Wallfahrt nach Walldürn will verändern“

Archivartikel

Walldürn.Einer der ersten Höhepunkte der Wallfahrtszeit war am Dienstag – am Wallfahrtstag für Köln – das Pontifikalamt mit Weihbischof Rolf Steinhäuser aus Köln in der Basilika. Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula, OFM Conv., forderte alle als Pilger zur Gnadenstätte gekommenen und im christlichen Glauben Versammelten forderte er dazu auf, gemeinsam mit dem Hauptzelebranten in feierlicher Weise und mit tiefer innerer Freude erfüllt dieses Pontifikalamt zu feiern.

Er ging auf das Leitwort der Wallfahrt „suche Frieden und jage ihm nach“ aus dem Psalm 34 ein. Das “ sei aber nicht nur eine Aufforderung oder ein Appell an uns. Nein, es solle eher eine Einladung zur Mitwirkung oder ein guter Rat sein. Als gute Christen sollte man diesen Ratschlag befolgen und dem Frieden in diesem Sinne in unserem weiteren Leben nachjagen, in unseren Familien, im Beruf und in unserem Alltag.

Nach den Lesungen aus dem Buch Jesaja und aus dem 1. Brief des Apostel Petrus sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeli-ums nach Johannes stellte der Weihbischof seine Predigt unter das Thema „Die Kirche lebt von der Eucharistie“. Walldürn sei ein besonderer Wallfahrtsort. Gott habe viele Wege, um Menschen zum Glauben an Jesus Christus hinzuführen – spektakuläre und ganz unspektakuläre. Den meisten Katholiken und somit Christen mute Gott einen unspektakulären Weg zu, der aber, obwohl man ihn oft gegangen sei, auch eine echte Zumutung bedeute. Er meine damit die Feier der Heiligen Messe. Sie sei der eigentliche Zielpunkt der Wallfahrt nach Walldürn.

In jeder Messe sei das Ereignis des Leidens und des Todes des Herrn unauslöschlich eingeschrieben. Sie führe in den Abendmahlsaal zurück, wo Jesus über Brot und Wein die Worte „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“ spreche. Er deute diese Gaben mit den Worten „Hingegeben für euch..., vergossen für euch“. So nehme Jesus auf geheimnisvolle Weise seine Sterben vorweg, das sich dann wenige Stunden später vor den Mauern Jerusalems ereignen sollte. Schon im Abendmahlsaal und am Ölberg habe in Jesus diese Gesinnung der Hingabe gelebt, die am Kreuz dann ihren endgültigen Ausdruck gefunden habe.

Das Opfer Christi bringe Rettung seit 2000 Jahren. Anteil an diesem Opfer erhielte man in der Heiligen Kommunion. Jede Kommunion sei Teil eines Veränderungs- und Verwandlungsprozesses, der uns immer intensiver aus Gott leben lasse, indem er uns hineinnehme in das Leben des Leibes Jesu Christi. Obwohl Christus sein Leben für die Menschen hingebe – zu deren Rettung –, sei seine Liebe bis zum Tod erst einmal Geschenk an den Vater und Antwort auf die Liebe des Vaters. Ein Opfer, das der Vater angenommen habe.

Für die Menschen hingegeben

So lasse auch die Heilige Messe nicht nur das Geheimnis vom Leiden und vom Tod Jesu Christi gegenwärtig werden, sondern auch das Ge-heimnis der Auferstehung. Weil Christus der Lebendige und der Auf-erstandene sei, könne er sich in der Eucharistiefeier als „Brot des Lebens“ und „lebendiges Blut“ verschenken. So empfange man in der Kommunion wirklich Jesus Christus selbst, der sich für uns Menschen hingegeben habe, und somit sein Leib und sein Blut.

Die Teilhabe am Leib und Blut Jesu Christi sei zugleich auch Teil-habe an seinem Geist. Die Messe richte uns aus auf unser persönli-ches und gemeinsames Lebensziel: die Wiederkunft Christi in unser Leben. Wer Christus in der Eucharistie empfange, der habe jetzt schon ewi-ges Leben. In der Messe würden wir die Garantie der leiblichen Auferstehung am Ende der Welt empfangen. Mit der Kommunion würden wir sozusagen das Geheimnis der Auferstehung in uns aufnehmen. Messe wolle nicht nur Brot und Wein verwandeln, sondern jeden, der von diesem Brot esse und von diesem Kelch trinke. Verwandeln in einen eucharistischen Menschen, der sich schenke und hingebe.

Diese Wallfahrt nach Walldürn wolle verändern. Nicht unbedingt mit einem großen Knall, nicht unbedingt mit einer spektakulären Heilung oder Bekehrung. Aber er als Weihbischof und Priester vertraue darauf, dass jeder Wallfahrer und Gottesdienstbesucher anders nach Haus zurückkehren werde, als er von dort weggegangen sei.

In diesem Sinne gelte es, zusammen und gemeinsam Eucharistie zu feiern und sich von Jesus Christus mitnehmen zu lassen in diesen Prozess der Verwandlung und Veränderung. ds