Walldürn

Heimat- und Museumsverein Ausstellung „Schulterblick“ im Alten Rathaus zeigt die Entwicklung Walldürns

Die Wallfahrtsstadt im Wandel der Zeit

Archivartikel

Walldürn.Viele Jahre lag das Hauptaugenmerk des Heimat- und Museumsvereins Walldürn im musealen Bereich. Pflege und Ausstattung des Stadt- und Wallfahrtsmuseums sowie Museumsaufsicht und Führungen nahmen den Großteil der Vereinsaktivitäten ein. Das Museum ist nun für einen langen Zeitraum geschlossen und wird grundlegend renoviert. Bis zu seiner Wiedereröffnung in einigen Jahren nutzen die Aktiven des Vereins die Zeit, die Museumsgüter digital zu erfassen und zu inventarisieren.

Viele Dias

Im Fundus des Museumsarchivs befinden sich viele Dias, die aktuell eingescannt werden, um sie der Nachwelt gesichert auf digitalen Medien zu erhalten. Auf den Aufnahmen befinden sich unter anderem Ansichten von alten Walldürner Gebäuden und Straßenzügen aus den 1970er und 1980er Jahren. Eine Auswahl daraus wird in der Ausstellung „Schulterblick“ im Bürgersaal des Alten Rathauses während des Blumen- und Lichterfestes gezeigt.

Neben Dias werden auch jede Menge alte Fotos digitalisiert und archiviert. Bei dieser Arbeit entstand die Idee, einmal auf zu zeigen, wie sich Walldürn in den zurückliegenden 100 Jahren gewandelt hat. Um einen perfekten Vergleich zu erhalten, ist es wichtig, als Fotograf genau den Standort von damals einzunehmen und sich an einem noch vorhandenen Gebäude oder sonst existierenden Motiv zu orientieren. Die Aufnahmen sind in schwarz-weiß gehalten, um dem Betrachter den Vergleich zu erleichtern. Eine Auswahl wird dem Besucher schon einmal vorab präsentiert.

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist den Bildstöcken in und um Walldürn gewidmet. Vor allem im Madonnenländchen trifft man die steinernen Zeitzeugen häufig an. Allein auf Walldürner Gemarkung befinden sich 70 solcher Kleindenkmale. Sie wurden errichtet nach Morden, in Not- und Kriegszeiten, bei Epidemien und Unglücksfällen in Wald- und Flur.

Immer wieder herrschten Hungersnöte oder Viehseuchen, die Menschen bewegten, aus Dankbarkeit, dass sie verschont wurden oder überlebt haben, Denkmale zu stiften.

Kleindenkmale fotografiert

Felicitas Zemelka aus Hettigenbeuern begann im Auftrag des Landratsamtes in den 1990er Jahren mit der Erfassung aller religiösen Kleindenkmale im Altkreis Buchen. In Walldürn konnte sie dabei auf eine schriftlich festgehaltene Ortung aus dem Jahr 1962 zurückgreifen. Heimatforscher Theodor Wick hatte bereits vorher Standort und Bedeutung der Bildstöcke erkundet. Josef Schirmer aus Walldürn hat nach dem Tod von Theodor Wick weiter gesammelt und aufgeschrieben.

Petra Spreitzenbarth hat sich nun auf den Weg gemacht, all die dokumentierten Kleindenkmale ausfindig zu machen und zu fotografieren. In einem in Kürze erscheinenden Büchlein wird beschrieben, wo sie zu finden sind und welche Inschriften sie tragen. Besonders spannend sind die dazugehörigen Entstehungsgeschichten.

Passende Sagen und Legenden sind dem Sammelwerk „Sagen aus dem Frankenwald – Weiße, Schwarze, Feurige“, aus dem Jahr 1972 von Peter Assion entnommen. Der Inhalt des Büchleins wird in der Ausstellung präsentiert.