Walldürn

Auf dem Golfplatz in Neusaß Pro Golf-Tour machte beim Golfclub Glashofen-Neusaß Station

Drama und viele Emotionen am Finaltag

Archivartikel

Drama und Emotionen am Finaltag gab es bei einem Turnier auf dem Platz des Golfclubs Glashofen-Neusaß.

Neusaß. Bei der Kuhn Maßkonfektion Open 2019 gastierte die „Pro Golf-Tour“ zum 6. Mal seit 2013 im Golfclub Glashofen-Neusaß.

Die Pro Golf-Tour ist eine von vier Satellite Touren, über die sich Golfprofis für die European Tour, der 1. Liga des Golfsports, qualifizieren können. Bekanntester ehemaliger Spieler der Pro Golf Tour ist Martin Kaymer, der 2006 die Turnierserie gewann. In der Zwischenzeit führte er mehrere Wochen die Golf-Weltrangliste auf Platz 1 an und gewann neben vielen anderen Turnieren bereits zwei große Major-Titel (US Open und PGA Championship).

Auch in diesem Jahr erfreute sich die Open in Glashofen einem riesigen Zuspruch. Die 156 Startplätze waren schnell vergeben, die Warteliste war lang. Neben dem wunderschön gelegenen und anspruchsvollen, aber fairen Golfplatz selbst sind es vor allem die Mitglieder und die Clubatmosphäre, die dieses Event so beliebt bei den Profis machen. Hinrich Arkenau, der Sieger aus 2018 und diesjährige Titelverteidiger, sagte: „Wir kommen so gerne zu Euch nach Glashofen, die Stimmung ist so entspannt, die Mitglieder alle so nett und zuvorkommend, es macht uns richtig Spaß bei Euch!“

Eine Besonderheit und bereits eine Tradition bei diesem Turnier ist es zum Beispiel, dass Mitglieder des Golfclubs private Übernachtungsmöglichkeiten, zum Beispiel in einem Gästezimmer, für einen Spieler zur Verfügung stellen.

Dieses Angebot nehmen die Jungprofis gerne dankend an, und für beide Seiten ist dies ein Erlebnis, aus dem manchmal Freundschaften entstehen.

Die Turniertage begannen am 1. Juni mit einem ProAm-Turnier. Drei Amateure spielen dabei zusammen mit jeweils einem Professional in einem Team um den Tagessieg. In entspannter Atmosphäre können die Amateure die Profis hautnah erleben und den einen oder anderen Tipp zur Verbesserung ihres eigenen Spiels mitnehmen.

„Scharf“ gespielt

Ab Sonntag wurde dann „scharf“ gespielt. Die 156 Professionals kämpften hart um den sogenannten „Cut“. Dies bedeutet, dass die besten 40 Spieler am Finaltag um den Tagessieg spielen durften. Bis dahin war es aber ein weiter Weg mit schwierigen, weil wechselnden Bedingungen, von 30 Grad am Sonntag über Regen und Gewitter-Unterbrechung am Montag. Die letzten Partien konnten am Montag ihr Spiel gerade noch rechtzeitig vor der einsetzenden Dunkelheit beenden.

Richtig spannend wurde es am Finaltag am Dienstag. Der Franzose Romain Vallaeys ging mit 9 unter Par und damit zwei Schlägen Führung vor dem Niederländer Robbie von West im letzten Flight auf die Runde. Es entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, welches kurz vor Schluss auf dem 17 Grün eine überraschende Wendung nahm: Vallaeys führte zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Punkt Vorsprung, sein erster Tour-Sieg schien mit nur noch einem zu spielendem Loch in greifbarer Nähe zu liegen. Da verkündeten die Schiedsrichter, dass er für einen Regelverstoß zwei Spielbahnen zuvor an Loch 15 eine Strafe von zusätzlichen zwei Strafschlägen erhält. Vallaeys konnte dies kaum fassen und wollte dies auch nicht wahrhaben, dennoch blieb die Entscheidung bestehen – so hart sie auch gewesen sein mochte. Somit lag nun an der letzten und entscheidenden Spielbahn auf einmal van West in Führung. Zum ersten Mal an diesem Tag. Natürlich hinterließ dieses Drama Spuren, Vallaeys Emotionen überwältigten ihn. In dieser Verfassung konnte er diesen Rückstand nicht mehr aufholen und landete auf dem geteilten 2. Rang zusammen mit dem Finnen Sami Välimäki und den beiden deutschen Hurly Long und Christopher Carstensen.