Walldürn

Konsekration der Kirche St. Marien Erzbischof Dr. Schäufele weihte die Kirche 1968

Ein langgehegter Wunsch erfüllte sich

Archivartikel

Walldürn.Die Konsekration der Kirche St. Marien fand vor 50 Jahren statt. Am 11. Mai 1968 weihte Erzbischof Dr. Hermann Schäufele in feierlicher Weise die neue Kirche St. Marien in Walldürn-Süd, die zugleich als Garnisonskirche für die Soldaten des Standorts dient.

Der eindrucksvolle Kirchenneubau ist das Ergebnis langer Verhandlungen. Bereits im Oktober 1959 wurde das Ansinnen zum Bau einer Kirche in Walldürn-Süd an Erzbischof Dr. Hermann Schäufele herangetragen. Im November 1959 begannen die Grundstücksverhandlungen mit der Stadt Walldürn. Der Stiftungsrat der Kirchengemeinde beschloss schließlich am 4. Dezember 1959 formell den Kirchenneubau. Der Erzbischof besichtigte am 26. Juni 1961 das vorgesehene Gelände an der Hügelkuppe am Rande des damaligen Waldstücks. Um die Baugestaltung und die architektonischen Formen der Kirche wurden viele Überlegungen angestellt.

Die Vorlage der ausgearbeiteten Pläne des Neubaus als moderne Zeltkirche an das Erzbischöfliche Ordinariat erfolgte am 3. April 1962. Diese wurden in Freiburg zunächst abgelehnt, dann aber nach weiteren Verhandlungen, in denen Stadtpfarrer Pater Colonat Amrehn seine Vorstellungen zielstrebig verfolgte, in der jetzigen Form mit circa 700 Sitzplätzen doch gebilligt. Den Finanzierungsplan genehmigte das Erzbischöfliche Ordinariat am 19. Mai 1963. Die Baukosten beliefen sich auf 1,5 Millionen Mark, der Bund gewährte für die Nutzung als Garnisonskirche einen Zuschuss von 500 000 Mark.

Nach der Grundsteinlegung am 31. Mai 1964 wurde nach zügigem Baufortschritt bereits am 14. Januar 1965 das Richtfest gefeiert und am 19. Dezember des gleichen Jahres fand der erste Gottesdienst statt. Die Glockenweihe wurde am 12. September 1967, dem Fest Maria Namen, durch Dekan Josef Heck, einem gebürtigen Walldürner, vorgenommen. Die Namensgebung „St. Marien“ erfolgte im Gedenken an die vielen Marien-Wallfahrtsorte der Vertriebenen in der alten Heimat.

Ein lang ersehnter Wunsch der Bewohner des Stadtteils Walldürn-Süd, der nach dem 2. Weltkrieg mit der Errichtung neuer Eigenheime der Heimatvertriebenen entstand, ging mit dem Bau der Kirche in Erfüllung. In Verbindung mit der Einrichtung der Bundeswehrkaserne 1958 stellte sich damals auch die Frage nach einer Garnisonskirche.

Stadtpfarrer Pater Colonat Amrehn OSA hieß zu der Konsekrationsfeier die vielen Gläubigen und die Ehrengäste vor der Marien-Kirche willkommen. Pater Colonat würdigte die Bedeutung dieses denkwürdigen und festlichen Tages und dankte allen, die am Bau des Gotteshauses beteiligt waren. Die Konsekrationsfeier der Kirche St. Marien sei und bleibe ein besonderer Höhepunkt in der Kirchengeschichte Walldürns.

Erzbischof Dr. Hermann Schäufele stellte nach dem Weiheakt die Bedeutung der Kirche als Brennpunkt des religiösen Lebens dar. Er dankte den Architekten, den Künstlern und Handwerkern für den gelungenen Kirchenneubau. Insbesondere hob er die Verdienste von Stadtpfarrer Pater Colonat Amrehn hervor, der den Bau der Marien-Kirche mit voller Hingabe betrieb und zu seinem persönlichen Anliegen machte.

Im Anschluss an die kirchlichen Feiern folgte noch ein Festakt im katholischen Pfarrheim mit Grußworten der Ehrengäste. Bürgermeister Hübner überreichte an den Walldürner Ehrenbürger Erzbischof Dr. Hermann Schäufele, der den Bau der Marien-Kirche durch die Diözese genehmigte, die Ehrenmedaille der Stadt.