Walldürn

Früheres Bundeswehr-Depot „Leinenkugel“ Abbrucharbeiten laufen auf vollen Touren / Betonteile türmen sich zu großen Bergen

„Ein sehr interessantes Gelände“

Archivartikel

Auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Depots „Leinenkugel“ wird kräftig gearbeitet. Dort wird Platz geschaffen für Wohnhäuser und ein Seniorenzentrum.

Walldürn. Die Arbeiten gehen zügig voran. Bis November soll die Firma „Sanierung im Erd- und Rückbau“ (SER) aus Heilbronn die Arbeiten abgeschlossen haben. „Aber es wir wohl schneller gehen“, sagten Bürgermeister Markus Günther und Christian Berlin, Leiter des Stadtbauamts, bei einem Termin vor Ort. Für die Abbruchkosten von rund 310 000 Euro hat die Stadt ELR-Fördermittel beantragt. Das Gelände habe man altlastenfrei übernommen, da könne es später also keine Überraschungen geben. Planung und Bauleitung liegen beim Ingenieurbüro für Kommunalplanung IFK aus Mosbach.

Große Berge aus Betontrümmern und Bauschutt türmen sich zu großen Bergen. Wo derzeit noch kräftig kaputtgemacht wird, soll bald etwas Neues entstehen. Potenzial bietet das 28 300 Quadratmeter große Gelände für rund 25 Bauplätze.

Grundstück in bester Lage

Der Bürgermeister und der Bauamtsleiter freuen sich über das Grundstück in bester Lage in Walldürn. Als „ein sehr interessantes Gelände“ stufte es der Bürgermeister ein. 2016 hat es die Stadt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft – und einen Teil schon wieder verkauft.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg (Region Heilbronn-Franken) will im vorderen Bereich in Richtung Waldstraße ein Zentrum für pflegebedürftige Senioren bauen (die FN berichteten).

Vorgesehen sind zweigeschossige Gebäude mit Wohnhöfen in denen zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für je zwölf Bewohner, eine Tagespflege und 16 Wohnungen untergebracht werden. Das Ziel des Konzepts ist es, älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben und gleichzeitig den Anschluss an eine starke Gemeinschaft zu ermöglichen.

Im Landkreis betreibt der ASB in Mosbach, Buchen und Hardheim Seniorenzentren. Ein Weiteres ist in Billigheim in Planung. Im Herbst soll der Bauantrag gestellt werden, sagte Berlin gestern. ASB will dann im Frühjahr mit dem Bau beginnen. Für die Zufahrt zum ASB-Heim wurde bereits die Gregor-Mendel-Straße vermessen. Das Heim wird eine separate Zufahrt bekommen.

Im Zuge der Neubebauung des Areals „Leinenkugel“ soll dann die Straße, die sich seit Jahren in einem schlechten Zustand befindet, vollständig saniert werden, blickten Günther und Berlin vor Ort in die Zukunft. In erster Linie zur Gregor-Mende-Straße sei eine Wohnbebauung vorgesehen, dahinter dann eine gemischte Bebauung. „Eine Gewerbeansiedlung wird es nicht geben“, sagten der Bürgermeister und der Leiter des Bauamts.

Wenn die Abbrucharbeiten beendet sind, werden die Zäune abgebaut, die Tanks ausgebaut und die Bäume gefällt, „damit wir eine Fläche haben, die wir überplanen können“. 2019 folgt dann der Abriss der Hallen auf dem restlichen Gelände. Wobei man eine Halle erhalten will, wie der Bürgermeister weiter ausführte: für Lagerzwecke. Bedarf gebe es hier etwa für das Stadt- und Wallfahrtsmuseum, das in den nächsten Jahren saniert werden muss, und das Freilandmuseum.