Walldürn

Regionalentwicklung Badisch-Franken Leader-Plakette übergeben / Projekt „Grünkernradweg“ gestartet

„Ein Stück Heimat und Identität“

Archivartikel

Ein Leader-Projekt soll die Bekanntheit des Grünkerns steigern, für dessen Nutzung werben und den Tourismus in der Region positiv beeinflussen.

Altheim. Mit der feierlichen Übergabe der Leader-Plakette durch Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum, Verbraucherschutz und Landwirtschaft in Baden-Württemberg, wurde am Montagnachmittag in Altheim ein weiteres Projekt mit starkem Bezug zur Region offiziell abgeschlossen. Im Rahmen der thematischen Maßgabe „Entwicklung einer Genussregion“ sollen Bekanntheit und Nutzung von Grünkern durch eigens entwickelte Hilfsmittel und Maßnahmen gesteigert werden. Gleichzeitig wurde das Projekt „Grünkernradweg“ gestartet.

Zur kombinierten Abschluss- und Auftaktveranstaltung auf dem Hof der Familie Mechler war der Kreis der Beteiligten dieses Gemeinschaftsprojekts zur Stärkung der Direktvermarktung von Grünkern – plus touristischer Positiveffekte – erschienen. Zu Beginn umriss Landrat Dr. Achim Brötel, zugleich auch Vorsitzender der Touristikgemeinschaft Odenwald (TGO), die wesentlichen Inhalte und Stoßrichtungen des Projekts.

„Genussregion“ etablieren

Zudem hieß er, neben den weiteren Rednern, die ebenfalls anwesenden Partner willkommen: an erster Stelle die frisch gekürte „weltweit erste“ Grünkernkönigin in Taubertal und Odenwald, Annika Müller. Außerdem Yvonne Thomas (Leiterin der Geschäftsstelle Walldürn der Regionalentwicklung Badisch-Franken), Tina Last (Geschäftsführerin TGO), Walldürns Bürgermeister Markus Günther und Bernhard Heim (Fachdienstleister im Landwirtschaftsamt des Neckar-Odenwald-Kreises). Mit Blick auf Gastgeber Armin Mechler, der auch stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung der Fränkischen Grünkernerzeuger ist, meinte Brötel: „Dieses Projekt passt ideal in die Region. Grünkern – einst aus Not und Missernten geboren – hat sich heute zur Delikatesse entwickelt. Zugleich spiegelt er unsere Heimat wieder und verleiht ihr ein Stück Identität“. Es gelte nun, das Thema „Genussregion“ weiter zu etablieren. Mit der Übergabe des letzten Teilstücks des Grünkernradwegs vergangene Woche in Merchingen sei die Rad-Infrastruktur komplettiert. Mit den unter diesem Projekt entwickelten Ideen zur Vermarktung stehe nun ein passender Baukasten bereit.

Nach dem Dank an die Geldgeber EU und Land sowie die Grünkernerzeuger ergänzte Jochen Müssig als Geschäftsführer der Touristikgemeinschaft „Liebliches Taubertal“ die Ausführungen. Nun gehe es um den Vertrieb und die Öffentlichkeit. „Bei dem, was wir hier vor Ort kulinarisch zu bieten haben, muss sich keiner verstecken“. Dietmar Hofmann (Vorsitzender der Vereinigung Fränkische Grünkernerzeuger) erweitere die Dankesworte auf Alfred Beetz, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Badisch-Franken. Die Zeitdauer seit Antragstellung im Dezember 2016 könne jedoch noch optimiert werden, so Hofmann.

Minister Hauk betonte die Vielfältigkeit der Grünkernküche und erinnerte daran, dass der „Fränkische Grünkern“ seit mehr als zehn Jahren als geschütztes Ursprungskennzeichen nach EU-Recht eingetragen sei. „Das heute ist jetzt noch mal eine Abrundung. Nicht nur für das Produkt, sondern auch für die Landschaft und die Menschen dahinter.“

10 740 Euro Zuschuss

Dieses Leader-Projekt mit der Kulisse Badisch-Franken wurde zu 60 Prozent gefördert, der Zuschuss betrug 10 740 Euro. Die „Entwicklung einer „Genussregion“ geht einher mit einer „Aktivregion“ in Form des Grünkernradwegs durch das Liebliche Taubertal und den Odenwald. Hinzu kommt eine spezielle Bewerbung der Grünkernspezialitäten im Rahmen der jährlichen Grünkernwochen im Juli. Neben den Genannten war auch das Landratsamt Main-Tauber-Kreis beteiligt. Bis zum Tag des Termins wurden gemeinsam von TGO und Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ zahlreiche Projektschritte realisiert. Neben der Inthronisierung der Grünkernkönigin Annika Müller wurden unter anderem acht Informationstafeln für die Grünkernerzeuger gestaltet und produziert, eine davon wurde am Hof der Familie Mechler enthüllt.

Eine Faltkarte zur Bewerbung des „Grünkernradwegs“, ein eigenes Logo zur Stärkung des kulinarischen Profils und zur Bewerbung der gesamten Region sowie der in Kürze beginnende kulinarische Web-Blog „www. gruenkernblog.de“ kommen hinzu. Nach dem offiziellen Teil überzeugten sich die Anwesenden gleich selbst von der Qualität des selbst gebackenen Grünkernkuchens der Familie Mechler.