Walldürn

Evangelische Kirche Ausstellung „Keys of Hope“ eröffnet / Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien steht im Mittelpunkt

Ein Zeichen der Hoffnung setzen

Mit dem Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien beschäftigt sich die Ausstellung „Keys of Hope“ , die seit Dienstag in der evangelischen Kirche zu sehen ist.

Walldürn. Eine Ausstellung mit dem Titel „Keys of Hope“, die auf die Not von Flüchtlingen aus Syrien aufmerksam macht, ist am Dienstag in der evangelischen Kirche eröffnet worden. Wie Bezirksdiakon Mario Miceli von der Evangelischen Landeskirche Baden zu Beginn eines einstündigen Startimpulses aufzeigte, kamen 2015/2016 rund 1,1 Millionen Asylsuchende nach Deutschland, und die meisten dieser Personen stammen aus Syrien.

Die Ausstellung wolle genau auf diese Personengruppe aufmerksam machen, die vor dem Krieg in ihrem Herkunftsland geflohen sei. Eines begleite dabei viele Syrer auf ihrer Flucht: der eigene Haustürschlüssel – vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht als Erinnerung an die vergangene Zeit und an zurückgelassenen Besitz, vielleicht aber auch in der Hoffnung, eines Tages wieder die Tür zum eigenen Zuhause aufschließen zu können.

Die von der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe und Flüchtlingsarbeit im Main-Tauber-Kreis in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Walldürn organisierte Ausstellung will dieses Zeichen der Hoffnung aufgreifen – in der Überzeugung, dass hinter jedem Schlüssel ein Mensch mit seiner Geschichte steht, die so individuell wie jeder Schlüssel ist.

Bewegende Bilder

Daniel Gerlein vom Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis versuchte, in seiner kurzen Grußansprache deutlich zu machen, dass das Schlüsselsymbol als Mittelpunktmotiv der Ausstellung Hoffnung mache. Durch die ausgestellten Foto-, Bild- und Schriftdokumentationen sowie die im hinteren Bereich der Kirche zu sehenden zehn bewegenden Videos sei es für Besucher möglich, sich inspirieren zu lassen von diesen Gedanken der Hoffnung.

Pfarrer Karl Kreß freute sich, dass die Ausstellung in einem gemeinsamen ökumenischen Geist zustande gekommen sei, in einer evangelischen Kirchengemeinde wie Walldürn, die seit vielen Jahren ganz bewusst auch für Menschen aus anderen Ländern offen sei. Gerade diese Offenheit als Menschen für andere Menschen habe die Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder zum Positiven hin verändert.

Wie Guido Imhof und Nadja Steigerwald von der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis bei einem Rundgang aufzeigten, wurde die Ausstellung von der Fotostrecke „Syrian Nakbar“ des britischen Reportage-Fotografen Bradley Secker inspiriert.

Anlässlich des fünften Jahrestags des Beginns des syrischen Bürgerkriegs am 15. März 2016 hatte das Hilfswerk „Caritas international“ mit „Keys of Hope“ auf die Symbolik des Schlüssels zurückgegriffen, das als starkes Motiv den Flüchtlingen die Hoffnung vermittelt, eines Tages wieder die Tür zum eigenen Zuhause aufschließen zu können.

Authentische Geschichten

Vorrangiges Ziel von „Keys of Hope“ ist die Generierung von Spendengeldern zur Unterstützung der humanitären Arbeit der Caritas in Syrien und in den Nachbarländern. Zusätzlich will das Hilfswerk die Öffentlichkeit auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam machen. Darüber hinaus verleiht die Kampagne den Forderungen der Organisation nach einem ungehinderten Zugang für Hilfsorganisation, humanitären Kampfpausen und einem Ende der Angriffe auf die zivile Infrastruktur Ausdruck.

Einige in der Ausstellung zu sehenden Flüchtlinge wurden über die Hamburger Notunterkunft des Malteser Hilfsdienstes im Stadtteil Osdorf kontaktiert. In Serbien in der Stadt Sid lief die Vermittlung der Kontakte über Caritas Serbien. Sämtliche Geschichten der zehn porträtierten Flüchtlinge sind authentisch und beruhen auf Aussagen der Personen selbst.

Die verschiedenen Foto- und Texttafeln sind nicht starr an der Wand angebracht, sondern im Raum und teilweise auch in den Sitzbankreihen aufgestellt. Eine weitere Besonderheit dieser Ausstellung stellt die im hinteren Bereich der Kirche aufgestellte Dialogwand dar, die mit gesellschaftskritischen Fragen zum Nachdenken und zu einem Schreibgesprächsdialog anregen soll. Fragen wie „Welche Rechte sollten geflüchteten Menschen in Deutschland haben?“, „Was würden Sie von Zuhause auf die Flucht mitnehmen?“ oder „Aus welchen Gründen würden Sie ihr Heimatland fluchtartig verlassen?“ werden dort aufgeworfen. Nach dem Rundgang erklärte Bezirksdiakon Mario Miceli die Ausstellung als eröffnet. ds