Walldürn

Ritatag bei der Walldürner Wallfahrt Pater Alfons Tony hielt die Predigt beim Hochamt / Leben der Heiligen Rita beleuchtet

„Ein Zeugnis christlichen Glaubens“

Pater Alfons Tony OSA, Provinzial der Augustiner aus Würzburg, hielt die Predigt beim Hochamt beim Tag der Heiligen Rita und dem „Wallfahrtstag um geistliche Berufe“.

Walldürn. Kirchenmusikalisch wurde der Gottesdienst von Organist Christopher Henk an der Dauphin-Orgel umrahmt. Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM Conv., ging am Donnerstag in der voll besetzten Basilika auf das Leitwort der Wallfahrt ein: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes-Evangelium 14,6) – ein Satz aus der Bergpredigt, der auch sehr gut zur Heiligen Rita passe. Nach den von Lektor Alfred Günther vorgetragenen Lesungen aus dem Buch der Sprichwörter und aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Lukas durch Diakon Karl-Heinz Becker stellte Pater Alfons das Leben und das segensreiche Schaffen und Wirken der Heiligen Rita in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Zu Beginn zitierte er die Worte zweier Jünger Jesu „Wir aber hatten gehofft“, um deutlich zu machen, dass viel Enttäuschung und Niedergeschlagenheit aus diesen Worten der Emmausjünger gesprochen habe. Ihre ganze Hoffnung, dass mit Jesus der Messias gekommen sei, der Israel erlösen werde, sei mit dem Tod Jesu Christi am Kreuz zerplatzt wie eine Seifenblase.

Solche Erfahrungen von Enttäuschung und geplatzten Träumen, verbunden mit dem Gefühl von Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und vielleicht auch Ohnmacht, würden wir heute doch alle auch kennen: im Verlauf von Ehe und Partnerschaft, im Verlauf der Unbeschwertheit des Lebens mit zunehmenden Krankheiten im Alter, im Verlauf des Zusammenlebens in der Familie. Mit all diesen Hoffnungen und Enttäuschungen heute würden wir aber nicht alleine stehen. Auch im Leben der Heiligen Rita und deren Eltern habe es immer wieder Enttäuschungen gegeben, mit denen diese hätte umgehen und fertig werden müssen.

Der Prediger würdigte die Heilige Rita als eine ganz besondere Frau der Barmherzigkeit und der Liebe, die mit ihrem gütigen Herzen und ihrem unerschütterlichen festen Glauben an Gott und Jesus Christus stets eine Mittlerin zwischen den Fronten gewesen sei und deren Liebe zu Gott sich allzeit in ihrem Herzen widergespiegelt habe. Ganz in ihrem Sinne und nach ihrem Vorbild sei auch heute ein jeder Gläubige im katholischen Glauben dazu aufgefordert, allzeit Erbarmen, Barmherzigkeit und Nächstenliebe dem Nächsten, der Familie und der ganzen Gesellschaft gegenüber zu zei-gen.

Kein einfaches Leben

Durch das Leben und segensreiche Wirken der Heiligen Rita, die kein einfaches Leben hatte, werde leibhaftig sichtbar, was das Heilige Evangelium allen gläubigen Christen sagen wolle: „Leibhaftig zu werden mit Gott im Leib und Blut Jesu Christi“ in einer Welt, die heute oftmals voller Dornen, Leid, Angst, Schrecken, Gewalt, Unterdrückung und Verfolgung sei, und in der es gelte, die Liebe und den Frieden Gottes wieder deutlich sichtbarer zu machen beziehungsweise werden zu lassen.

Die heilige Rita habe kein einfaches Leben gehabt, dennoch habe sie Schicksal und Opfer an und auf sich genommen und dabei darauf vertraut, dass es Gott dennoch gut mit ihr meine. Enttäuschungen seien ihr im Laufe ihres Lebens nicht erspart geblieben. Immer wieder sei sie damit konfrontiert gewesen, dass ihre Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt worden seien. Aufgegeben aber habe die Heilige Rita nie. Angesichts all der Enttäuschungen zu resignieren, sei nicht ihr Stil und Umgang mit widrigen Umständen gewesen. Sie sei stets dran geblieben an den Umständen, mit denen sie konfrontiert gewesen sei. Und so hätten sich für sie durch alle Enttäuschungen hindurch immer wieder neue, und für sie vielleicht zunächst unerwartete Lebensperspektiven aufgetan.

Die Heilige Rita habe in ihrem ganzen Leben stets das getan, was sie letztendlich habe tun müssen und was ihrem Leben für die Christen im katholischen Glauben heute auch noch nach zwischenzeitlich schon über 600 Jahren noch Bedeutung verleihe: Sie sei so gesehen ein strahlendes Zeugnis christlichen Glaubens, das dazu beitrage, den Glauben der Menschen von heute zu stärken. Ihr Wirken von damals habe über die darauffolgenden Jahrhunderte hinweg bis heute immer wieder reiche Früchte getragen. Immer wieder stelle sich heraus, dass gerade die Friedfertigkeit als wirksamste Waffe historische Wunder gewirkt habe und so Hass und unüberbrückbar erscheinende Spannungen und Auseinandersetzungen überwunden habe.

Demonstration für Frieden

Das Leben und Wirken der Heiligen Rita stelle eine wahre Demonstration für die Barmherzigkeit und Liebe Gottes uns Menschen gegenüber sowie eine wahre Demonstration für den Frieden in Freiheit dar, und auch wir Christen von heute sollten für diesen christlichen Glauben demonstrieren, wie ihn die Hl. Rita uns damals vor über 600 Jahren vorgelebt habe.

Die vielfältigen Erfahrungen von Hoffnungen und Enttäuschungen in unserem Leben würden uns Christen heute mit der Heiligen Rita und mit den Emmausjüngern verbinden. Verbunden mit der Heiligen Rita und den Emmausjüngern würden die Katholiken heute mit dem auferstandenen Christus als Weggefährten an der Seite unterwegs auf ihrem Lebensweg bleiben, auf dass sie immer wieder gestärkt würden, das Leben im Licht des Glaubens neu zu verstehen und sich in neue, ungeahnte Horizonte des Lebens hineinführen zu lassen.

Rosen gesegnet

Am Ende des feierlichen Hochamtes segnete Pater Alfons am Rita-Altar die Rosen, die nach Beendigung des Gottesdienstes an Wallfahrer sowie Gottesdienstbesucher verteilt wurden.

Auch am Nachmittag bei der Andacht zu Ehren des Heiligen Blutes in der wiederum gut gefüllten Basilika erfolgte noch einmal diese Rosensegnung am Rita-Altar und die Verteilung der von Vikar Sebastian Feuerstein als Hauptzelebrant bei dieser Andacht zu Ehren des Heiligen Blutes gesegneten Rosen. ds