Walldürn

Im Odenwälder Freilandmuseum Erster Spinn- und Handarbeitstreff am 17. Juni

Einblicke in ein altes Handwerk

Archivartikel

Gottersdorf.Spinn- und Handarbeitsvorführungen haben im Odenwälder Freilandmuseum eine lange Tradition. Die Spinnfrauen der benachbarten Spinnstube Höpfingen treffen sich mehrmals im Jahr auf dem Museumsgelände und führen das Spinnen, das Kardieren von Wolle, das Stricken, Nähen und Häkeln vor, dabei können sie auf den Erfahrungsschatz der langjährigen Spinnstubenmitglieder zurückgreifen, die diese Techniken noch in ihrer Jugend erlernt haben.

Viel Arbeit und Sorgfalt

Eine Gruppe Klöpplerinnen zeigt den Besuchern an diesen Tagen, welche Arbeit und Sorgfalt in einem Klöppeldeckchen steckt. Nicht nur Kinder stehen oft gebannt vor den leise vor sich hin drehenden Spinnrädern und kommen aus dem Staunen nicht heraus, insbesondere da der direkte Bezug zu den Museumsschafen und den Wollprodukten in den Museumshäusern gegeben ist.

Viele der Kniffe und Feinheiten hauswirtschaftsgeschichtlicher Techniken sind nur noch wenigen Experten bekannt, daher ist die Vernetzung unter Gleichgesinnten unverzichtbar, um Wissen zu bewahren, zu vertiefen und im Erfahrungsaustausch in die eine oder andere Materie noch tiefer einzutauchen. Um diesen Prozess zu fördern, veranstaltet das Odenwälder Freilandmuseum am Sonntag, 17. Juni, zum ersten Mal einen Spinn- und Handarbeitstag, der den Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten ermöglichen soll.

Im einzigartigen Ambiente des Odenwälder Freilandmuseums sind Liebhaber alter Handarbeitstechniken wie Spinnen, Wolle färben, Weben, Klöppeln, Häkeln, Stricken, Nähen oder Sticken zum Stelldichein auf dem idyllischen Museumsgelände mit seinem alten Klosterweiher eingeladen. Dreh- und Angelpunkt ist an diesem Tag die große Dreschhalle, aber natürlich kann bei schönem Wetter auf dem gesamten Areal gefachsimpelt werden. In der Dreschhalle stehen für interessiere Besucher einige Spinnräder bereit, so dass jene, die des Spinnens nicht kundig sind unter der Anleitung von Silke Zilles das Spinnen ausprobieren könnten.

Wer die Vergangenheit bemühen möchte, der kann im sogenannten Blauen Haus erleben, wie im frühen 20. Jahrhundert die Schäferfamilie aus dem Nachbarort gelebt und -gearbeitet hat. Und im Großbauernhof Schüßler ist ein originaler Webstuhl aus dem 17. Jahrhundert zu begutachten.

Märchenstunde

Für Kinder besteht an diesem Tag die Gelegenheit mit Iris Beyer zu filzen oder zwischen 13 und 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde den Märchen (je circa 15 Minuten) von Märchenerzähler Peter Glaser zu lauschen. Denn das Geschichten- und Anekdotenerzählen gehört zu den alten hauswirtschaftsgeschichtlichen Techniken unbedingt dazu. Trafen sich doch früher die Frauen im Herbst und Winter in geheizten Spinnstuben und tauschten wahre und vielleicht auch die eine oder andere fantastische Geschichte aus. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bei schönem Wetter kann im gesamten Areal vorgeführt werden, bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der großen Dreschhalle statt.