Walldürn

Im Freilandmuseum „Kalter Hund“ und Käseigel im Angebot

Eine Zeitreise in; die 1950er-Jahre

Archivartikel

Gottersdorf.Im Odenwälder Freilandmuseum steht am Pfingstmontag, 10. Juni, eine Zeitreise in die 1950er-Jahre an. Hauptschauplatz ist das Haus „Bär“. Dieses in seinen Ursprüngen aus dem Jahr 1697 stammende und damit älteste erhaltene Gebäude in Gottersdorf ist seit 2011 komplett im Stil der 1950er Jahre eingerichtet.

Seither ist es ein seitens der Besucherinnen und Besucher sehr begehrter und unterhaltsamer Abschluss eines Museumsrundgangs. Führt dieses Gebäude doch näher an die Zeitgeschichte heran, an die noch familiäre Erinnerungen bestehen, und mitten in ein Jahrzehnt hinein, in dem nach dem furchtbaren 2 .Weltkrieg die Weichen gestellt wurden für die junge Bundesrepublik Deutschland. Dieses Jahrzehnt hat so seine ganz speziellen Eigenheiten, von denen einige an diesem Tag zum Leben erweckt werden. Und zwar für Augen, Ohren, Geschmacks-und Geruchssinn.

Für die kulinarische Zeitreise in dieses Jahrzehnt sorgen in bewährter Weise die Frauen der Spinnstube Höpfingen: In der Küche des Hauses stellen sie einige typische Gerichte der Zeit her, die man versuchen darf: Toast Hawaii, Käseigel, „Kalter Hund“, Gugelhupf und andere 1950er Jahre Klassiker werden an diesem Tag kredenzt.

Einen Höhepunkt stellt die Modenschau zu der Kleidermode der 1950er Jahre dar. Unter Federführung von Fräulein Nicole zeigen 1950er Jahre begeisterte Damen und Herren originale und Vintage-Kleider der Zeit. Nach den beengenden Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit bricht die Mode der 1950er Jahre mit den Traditionen und wagt neue schwungvolle, kürzere und luftiger Kleidung oftmals nach amerikanischem Vorbild. Der Petticoat ist bis heute wie kein anderes Kleidungsstück ein Symbol für die Sehnsucht und den Ausdruck des Lebensgefühls der 1950er Jahre, geworden. Die Modeschauen finden jeweils um 11.30 und um 15 Uhr statt. Für große und kleine Kinder gibt es wie in den vergangenen Jahren die Möglichkeit alte Kinderspiele auszuprobieren.

Diese unterschiedlichen Musikrichtungen haben zu jener Zeit die Generationen gegeneinander aufgebracht. Welche Revolution die neuen Tänze für die beharrenden Kräfte der Zeit darstellten können Besucher an diesem Tag bestaunen und selbst die Hüften zu der fetzigen Musik der 1950er Jahre bewegen. Die Tanzschule Deike ist ab 14 Uhr vor Ort und lädt die Museumsbesucher unter sachkundiger Anleitung zum Tanzen im Stil der Zeit ein. Im halbstündigen Takt können die Besucher den legendären „Do the locomotive“ von Little Eve, Rockabilly oder den Grundschritt und das Damensolo des Boogie ausprobieren.