Walldürn

Hungermarsch 2018 in Walldürn Teilnehmer aus Walldürn, Hardheim und Höpfingen dabei / Erlös für Hilfsprojekte in Tansania

Für guten Zweck auf den Weg gemacht

Archivartikel

Zahlreiche Teilnehmer aus den Pfarrgemeinden Walldürn, Hardheim und Höpfingen und aus dem Militärseelsorgebezirk Walldürn beteiligten sich am diesjährigen Hungermarsch.

Walldürn. Der Marsch fand zum 32. Mal statt und stand unter dem Leitwort und Motto „Wandern für die Andern – Hilfe zur Selbsthilfe“. Er fand in diesem Jahr turnusgemäß in Walldürn statt, der Reinerlös ist für verschiedene Hilfsprojekte in Tansania bestimmt – als Beitrag zur Überwindung von Hunger und Krankheit in der Welt.

Auftakt war zunächst ein Gottesdienst in der Kirche St. Marien mit Stadtpfarrer und Schirmherr Pater Josef Bregula als Hauptzelebrant und Diakon Friedhelm Bundschuh als Konzelebrant. Die Gruppe „Young Musicians“ gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

Freiwillige Helfer

Seit 1985 gehen freiwillige Helfer aus der Region Walldürn nach Tanzania, um dort beim Aufbau zu helfen. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit lag und liegt auch heute noch beim Aufbau der Klöster für die „Schwarzen Schwestern von den Usambarabergen“ und der Schule für Pater Damian Milliken in Mazin-de Juu. Die Kollekte dieses Gottesdienstes wolle man dem Vorsitzenden des Fördervereins für die Missionsarbeit, Anton Fach, für Tanzania mitgeben, der immer vor Ort für die richtige Verteilung der Gelder sorgt.

Der Stadtpfarrer stellte in seiner Predigt das zuvor im Evangelium verkündete Gleichnis vom Weinstock und den Reben in den Mittelpunkt seiner Predigt. Ein jeder Katholik, dass Jesus oft und gern in Gleichnissen gesprochen habe. Er habe Dinge und Erfahrungen des alltäglichen Lebens hergenommen, um den Leuten zu erklären, wie das sei mit Gott und der Welt, mit dem Leben und dem Lieben, mit dem Zweifel und dem Glauben. Manches würden wir heute nur noch schwer verstehen, weil so vieles bei uns anders sei als zur damaligen Zeit. Aber das zuvor gehörte Gleichnis leuchte uns auch heute noch auf Anhieb ein.

Ein Winzer lasse nicht alle Zweige an einem Weinstock wachsen. Ei-nen, höchstens zwei Rebzweige ziehe er hoch, damit sie eines Tages gute Früchte bringen könnten.

Auf ähnliche Weise seien wir von Gott, dem Winzer, schon lange auserwählt worden, zu wachsen und Frucht zu bringen. Bei der Taufe sei uns das zugesprochen worden. Da sei uns auch gesagt worden, was unsere Bestimmung sein werde: „Du sollst Gott und den Nächsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat“.

Solches Lernen gehe nicht von heute auf morgen, das brauche Zeit. Auch die Reben bräuchten etliche Jahre, in denen sie „erzogen“ würden, wie die Winzer sage. Da bräuchten die Rebzweige besonderes Augenmerk. Da müsse so manches abgeschnitten und unterbunden wer-den, was für das Wachstum nicht förderlich sei. Und da müsse alles getan werden, um die guten Anlagen zu stärken.

Sorge und Pflege

Es dauere, bis die Reben eines Weinstockes das erste Mal Frucht bringen würden. Aber wenn es einmal soweit sei, dann wüssten die Winzer, dass sie nun jahrzehntelang von diesem Weinstock ernten könnten. Doch auch das geschehe dann nicht automatisch. Reben bräuchten das ganze Jahr über Sorge und Pflege. Deshalb habe Gott auch mit uns Menschen ständig alle Hände voll zu tun, dass wir die Verbindung zu Jesus, unserem Weinstock, nicht verlieren würden. Gott wisse, dass wir Menschen empfindlich reagieren würden, wenn sich unter uns Neid und Missgunst wie Pilze ausbreiten oder wenn uns üble Nachrede und Gerüchte wie die Laus in den Pelz gesetzt würden. Gott sorge sich darum, dass wir Menschen uns immer wieder darauf besinnen würden, woher wir denn eigentlich unsere Kraft beziehen würden.

Jesus habe gesagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“. Das heiße doch, dass wir Menschen nie allein seien und alle auf ein und demselben Stamm wachsen würden. Wir seien gehalten und geborgen von ihm. Mit ihm und bei ihm sei gut leben. Und wie die Rebe allein nicht fruchtbar sein könne, sondern zum Sterben verurteilt sei, so mahne auch Jesus, dass wir uns nicht von ihm losmachen sollten.

Er dankte allen Helfern und Mitgliedern des Fördervereins, besondere dem Vorsitzenden des Fördervereins für die Missionsarbeit, Anton Fach, der sich mit viel Engagement und Herzblut dieser Aufgabe widme und viel Freizeit investiere. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende der Seelsorgeeinheit Walldürn, Wolfgang Eisenhauer, dankte ebenfalls allen, die sich für die Sache engagieren.

Über Arbeit informiert

Dem Festgottesdienst schloss sich dann der rund zwei Kilometer lange Hungermarsch an, der von der Kirche St. Marien zum Katholischen Pfarrheim führte, wo zur Mittagszeit ein Eintopf, Erfrischungen und eine reichhaltige Kuchentheke auf alle Teilnehmer, aber auch auf die Besucher, die nicht am Hungermarsch teilnehmen konnten, aber so diesen Hungermarsch dennoch so mitunterstützten.

Der „Förderverein für die Missionsarbeit“ informierte anschließend im Saal des Katholischen Pfarrheimes über die aktuelle Arbeit in Tansania. ds