Walldürn

30 Jahre Fußwallfahrt Vier Tage vom oberfränkischen Medlitz nach Walldürn gepilgert

Gemeinschaft bei der Wallfahrt ein echtes Erlebnis

Archivartikel

Walldürn/Medlitz.Noch sind es gut sechs Wochen bis zum Beginn der diesjährigen Hauptwallfahrtszeit, aber die ersten Pilger sind jetzt schon in Walldürn angekommen. Zudem ist es nicht unüblich, dass bereits ab Ende April bis in den Oktober hinein immer wieder Pilger zum Gnadenort nach Walldürn unterwegs sind. Und so taten es vor wenigen Tagen auch wieder die Wallfahrer aus dem oberfränkischen Medlitz, einer kleinen Gemeinde mit rund 200 Einwohnern aus dem Landkreis Bamberg. In diesem Jahr war es für diese Pilgergruppe etwas ganz Besonderes: Vor genau 30 Jahren haben sich die Medlitzer Pilger erstmals entschlossen, nach Walldürn zu pilgern. In vier Tagen bewältigten sie insgesamt 161 Kilometer und in ihren Reihen sind alle Generationen vertreten. Eine ganz harmonische Gruppe, die beim gemeinsamen Singen und Beten viele Eindrücke und ein großes Gemeinschaftsgefühl erleben durften. Auch die geselligen Momente in den Pausen kamen dabei nicht zu kurz.

Sonne, Wind und Regen wechselten sich ab, aber das Fazit für die Teilnehmer dieser Wallfahrt war einmal mehr: Es waren segensreiche und erfüllte Tage.

Siegfried Mahkorn, der erste Pilgerführer aus Medlitz, hat zusammen mit Gerhard Stößel diese Wallfahrt zum Heiligen Blut nach Walldürn ausgearbeitet und ins Leben gerufen. Dazu haben sich beide, nach einer Teilnahme bei der Kölner Fußwallfahrt, inspirieren lassen und 1989 diese Pilgerschaft in den Odenwald gestartet. In den ersten zehn Jahren sind die Pilger sogar nach einer Übernachtung in Walldürn wieder vier Tage nach Medlitz zurückgelaufen. Mit über 320 Kilometern war es somit die Wallfahrtsgruppe mit der größten Streckenlänge, die seinerzeit zum Heiligen Blut unterwegs waren. Heute organisiert der Pilgerführer Karl Hümmer die Wallfahrtsgruppe. Neben den Übernachtungen in Untersteinbach, Mainstockheim und Ilmspan gibt es jede Menge an logistischen Absprachen zu treffen. Für den Ablauf und die Gestaltung der Lieder sowie für die Zusammenstellung der Gebete ist Franz Hornung zuständig, wobei sich aber auch jeder Pilger mit Meditationen und Gedanken während des Tages einbringen kann. adr