Walldürn

„Krankentag“ bei der Walldürner Wallfahrt Weihbischof Professor Paul Wehrle em. hielt die Predigt beim Pontifikalamt

„Gerechtigkeit Humusboden für Frieden“

Anlässlich des „Krankentages“ bei der Wallfahrt zum Heiligen Blut weilte Weihbischof em. Professor Dr. Paul Wehrle (Freiburg) in Walldürn. In seiner Predigt ging er auf das Leitwort ein.

Walldürn. Das Pontifikalamt in der Wallfahrtsbasilika wurde kirchenmusikalisch von Organistin Katrin Kirchgeßner festlich umrahmt. Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM conv., freute sich in der voll besetzten Basilika, dass der Weihbischof mit den Gläubigen zusammen Eucharistie feiere, um dabei den Heiligen Antonius von Padua als Helfervorbild aller Kranken und Armen in ganz besondeer Weise zu verehren.

Die Wallfahrt stehe unter dem Leitwort „Suche Frieden und jage ihm nach“ (aus Psalm 34). Suche Frieden, damit sei nicht nur der großen Weltfrieden gemeint, nein, auch unser innerer Frieden und der Frieden in den Familien und mit unse-ren Mitmenschen sei damit gemeint. Gerade für Kranke sei dieser Frieden so wichtig. Ein jeder möge, ja sollte im Kleinen anfangen und diesen Frieden suchen in der Familie und mit den Mitmenschen.

In diesem Sinne forderte er alle auf, sich hier an diesem Gnadenort anregen zu lassen von der Liebe Gottes, dass sie einen jeden zu einem großherzigen Menschen mache, der den Mitmenschen auch Fehler verzeihen könne, damit er so den Frieden finde, den Jesus Christus uns schenken wolle.

Nach der von Lektor Alfred Günther vorgetragenen Lesung aus dem Jakobusbrief sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Matthäus durch P. Andreas Lengenfeld OFM Conv., sagte der Weihbischof, es sei schön zusammen zu feiern und dabei zu einem einigen gläubigen Gottesvolk zu werden. Es sei sehr schön, dass so viele Wallfahrer an diesem „Krankentag“ nach Walldürn gepilgert seien, um mit ihren persönlichen Anliegen, Sorgen und Nöten an dieser besonderen Gnadenstätte vor das Gottes Antlitz zu treten und ihm für alles zu danken, was er den Menschen geschenkt habe und auch weiterhin schenken werde.

In den Mittelpunkt seines Predigttextes stellte er das Leitwort „Suche Frieden und jage ihm nach“ sowie die zuvor gehörten Worte aus dem Matthäus-Evangelium. Wie er hierbei eingangs hinsichtlich des Lebens Jesu Christi anmerkte, seien die Evangelien die Hauptbezugsquellen über dieses Leben und auch das Sterben Jesu Christi. Es sei es das stete innere Streben des Menschen, in ein gesundes Leben hineinzufinden und immer darauf zu hoffen, gesund zu bleiben.

Begegnung etwas Tragendes

Das heutige Gesundheitswesen in der Bundesrepublik Deutschland gewährleiste zwar eine elementare Hilfe bei dem Bemühen um die Erhaltung der Gesundheit, doch sei auch die Begegnung der Menschen untereinander auch etwas Tragendes und Leitendes auf dem Sektor des Gesundheitswesens. Sehr wichtig sei es dabei, mit sich selbst stimmig zu, um auch anderen helfen zu können.

Näher auf das Leitwort aus dem Psalm 34 eingehend, führte er aus, dass Friede oftmals nicht einfach nur so herauszuhandeln sei, sondern man ihn suchen müsse. Deshalb müsse man denn stetig auch den Frieden suchen, um einander Frieden schenken zu können. Gerade in den letzten Jahren sei es immer schwieriger geworden mit dem Frieden: Immer mehr militärische Kriege auf der ganzen Welt und nun noch neu hinzu kommend auch noch Handelskriege.

Umso notwendiger und erforderlicher sei es deshalb, dass künftig Staaten, Regierungen, Religionen und Menschen verstärkt wieder lernen müssten, sich vertrauensvoller zu begegnen und sich entgegenzukommen, denn eigenes Wohlergehen sei immer nur im kausalen Zusammenhang mit dem Wohlergehen Anderer zu sehen.

Ein jeder sei deshalb aufgefordert, sich um Gemeinwohl in Frieden mit sich selbst und mit Anderen zu bemühen. Es gelte, eine innere Stimmigkeit zu finden, um so mit sich selbst im Reinen zu sein und auf Andere zugehen zu können. Dabei solle, ja müsse stets Gott Ziel allen Lebens sein, und ein jeder sei dabei angehalten, ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit im Sinne und Geiste des allmächtigen Gottes und seines Sohnes Jesus Christus anzustreben und zu praktizieren.

Für eine wachsende Qualität des Friedens sei vor allem die Gerech-tigkeit Humusboden. Gerechtigkeit schaffe Frieden! Dabei gelte es vor allem auch, einander gerecht zu werden, einander wahrzunehmen, einander zu respektieren, einander anzunehmen, ferner stets ausge-richtet zu sein auf Gott – so wie dies Jesus Christus selbst auch einmal gesagt habe: „Gott ist unser Friede“. Erkannt werden müsse hierbei auch, dass der Heilige Geist dabei eine verbindende Kraft darstelle.

Sehr wichtig sei es, immer und stetig zum Friedensuchenden zu werden und den Frieden zu erlernen. Dies sei für jeden Christen in der Ge-meinschaft der Gläubigen in der Nachfolge Jesu Christi eine der großen Herausforderungen in diesem irdischen Leben. Immer wieder gelte es, die Zeichen der Gnade, der Liebe und des Friedens Gottes in seiner Dreifaltigkeit zu erlernen.

Die an diesem „Krankentag“ jedem kranken Wallfahrer im Anschluss an diese Predigt zuteil werdende Krankensalbung sei ein Zeichen der Nähe Gottes. ds