Walldürn

Verabschiedung im Rathaus Sonja Schirmer geht in Ruhestand / Lange Jahre im Grundbuchamt gearbeitet / Leiterin der Stadtbibliothek

„Gerne mit Büchern gearbeitet“

Archivartikel

Feierstunde im Rathaus: Mit Sonja Schirmer wurde gestern eine verdiente Mitarbeiterin der Stadt verabschiedet. Bei der Verabschiedung wurde ihr Engagement gewürdigt.

Walldürn. Bürgermeister Markus Günther und Hauptmatsleiter Helmut Hotzy hoben den Einsatz und das Wirken von Sonja Schirmer im Bürgersaal des Rathauses hervor. Der Bürgermeister ließ zunächst die Vita von Sonja Schirmer Revue passieren. In Heidenheim 1956 geboren legte sie 1978 nach dem Vorbereitungsdienst bei der Justizverwaltung 1978 die Rechtspflegerprüfung ab. 1980 begann ihre berufliche Tätigkeit in Walldürn: Am 15. September trat sie die Stelle als Grundbuchrechtspflegerin in Teilzeit im Notariat in Walldürn an, zeitweise als Vertretung im Notariat Buchen. Diese Tätigkeit übte sie – mit Mutterschaftsunterbrechungen – bis 1992 aus. 1982 wurde sie zur Justizinspektorin und 19898 zur Justizoberinspektorin ernannt.

Zum 1. Oktober 1992 begann sie mit der Versetzung zur Stadt ihren Dienst als Grundbuchratsschreiberin mit Ernennung zur Stadtjustizobersekretärin. 1993 wurde sie zur Stadtjustizamtfrau ernannt, 2005 feierte sie ihr 25-Jahr-Dienstjubiläum. Mit dem Ende des Grundbuchamtes 2014 wurde sie ab dem 23. September 2014 Leiterin der Stadtbibliothek in Teilzeit. Jetzt gehe sie gesundheitsbedingt vorzeitig in Ruhestand. Bürgermeister Günther sagte, es sei wichtig gewesen, im Grundbuchamt jemanden zu haben, „der gut ausgebildet war“. Im Laufe ihrer Tätigkeit habe sie bei der Pflege der Grundbücher den Wandel vom handschriftlichen Eintrag in Folianten bis zum elektronischen Grundbuch miterlebt. Günther erinnerte an die Veranstaltungsreihe „Kunst im Amt“, die Sonja Schirmer und das Team des Amtes ins Leben gerufen haben. Im halbjährlichen Rhythmus gab es in zehn Jahren 20 Ausstellungen. „Das war immer eine tolle Sache“, so Günther. Die Schließung des Walldürner Grundbuchamtes 2014 sei sicher ein Einschnitt gewesen. Die Stelle als Leiterin der Stadtbibliothek habe sie ebenfalls mit großem Engagement ausgefüllt.

Menschliche Art gewürdigt

Helmut Hotzy ging auf die Umstrukturierungen im Grundbuchamt ein. Bei der Digitalisierung sei viel Pionierarbeit zu leisten gewesen, wozu Sonja Schirmer einen wesentlichen Beitrag geleistet habe. Die Auflösung des Amtes war ein „wehmütiger Moment“. Für die Stelle bei der Stadtbibliothek „waren sie leicht zu gewinnen“, erinnerte sich Hotzy. Da sei ihr sicher „ihre kulturelle Neigung“ entgegengekommen. In ihrer Zeit als Leiterin sei 2016 auch das 40-jährige Bestehen der Stadtbibliothek gefeiert worden. Hotzy hob das Engagement und die menschliche Art von Sonja Schirmer und die stets gute Zusammenarbeit hervor.

Sonja Schirmer sagte, sie habe in ihrer Zeit beim Grundbuchamt alle „eintragungstechnischen Varianten“ erlebt, von den ledernen Folianten bis zum computergestützten Grundbuch, „eine große Bandbreite an Veränderungen“. Dank der freundlichen Mitarbeiterinnen Karin Hennige und Ulrike Wüst habe sie sich als Quereinsteigerin bei der Arbeit in der Bibliothek bald zurechtgefunden. In diesen Dank bezog sie Monika Strasser mit ein, die als ehrenamtliche Kraft immer zuverlässig eingesprungen sei, wenn es nötig war. Der Teamgedanke war ihr immer wichtig. „Bücher“ würden sich wie ein roter Faden durch ihre berufliche Tätigkeit ziehen, deswegen habe sie sich über die Arbeit in der Bibliothek gefreut. „Ich kann sagen, ich habe immer gerne mit Büchern gearbeitet.“ mar