Walldürn

Kontrollen auf dem Friedhof Mitarbeiter einer Fachfirma sind derzeit auf den Friedhöfen in der Kernstadt und den Ortsteilen unterwegs

Grabstein muss Druck von 30 Kilo aushalten

Die Grabsteine auf den Friedhöfen im Stadtgebiet werden derzeit auf ihre Standfestigkeit überprüft. Der Stein muss einem Druck von 30 Kilo standhalten, ansonsten muss nachgebessert werden.

Walldürn. Vor den Grabstein stellen, Messgerät anlegen, drücken, keine Beanstandungen, weiter zum nächsten Grab: Aufmerksame Friedhofsbesucher werden die Mitarbeiter der Firma gesehen haben, die derzeit die Steine auf ihre Standfestigkeit überprüfen.

Und es sind einige Grabsteine, die die Firma zu überprüfen hat. Es gibt rund 2000 Gräber auf dem Friedhof Walldürn und in den Ortsteilen, so eine Mitarbeiterin des Bauamts auf Anfrage der FN.

Friedhofssatzung regelt alles

In der Friedhofssatzung der Stadt Walldürn ist alles genau geregelt. „Grabmale und sonstige Grabausstattungen müssen standsicher sein. Sie sind ihrer Größe entsprechend nach den allgemein anerkannten Regeln des Handwerks zu fundamentieren und so zu befestigen, dass sie dauernd standsicher sind und auch beim Öffnen benachbarter Gräber weder umstürzen noch sich senken können“, so der Text in Paragraf 19.

Und in Paragraf 20 der Satzung heißt es: „Die Grabmale und die sonstigen Grabausstattungen sind dauernd in würdigem und verkehrssicherem Zustand zu halten und entsprechend zu überprüfen. Verantwortlich dafür ist bei Reihengrabstätten und Urnenreihengrabstätten der Verfügungsberechtigte, bei Wahlgrabstätten und Urnenwahlgrabstätten der Nutzungsberechtigte. Erscheint die Standsicherheit von Grabmalen und sonstigen Grabausstattungen gefährdet, so sind die für die Unterhaltung Verantwortlichen verpflichtet, unverzüglich Abhilfe zu schaffen. Bei Gefahr im Verzug kann die Stadt Walldürn auf Kosten des Verantwortlichen Sicherungsmaßnahmen (zum Beispiel Absperrungen, Umlegung von Grabmalen) treffen.“

Absperren kommt selten vor

Absperren – das kommt selten vor, hat es aber schon gegeben, so die Mitarbeiterin der Stadt. Das greife dann, wenn Gefahr im Verzug ist.

Die Standsicherheit von Grabmalen ist nicht nur nach der Unfallverhütungsvorschrift der Gartenbauberufsgenossenschaft geregelt und wird von den Haftpflichtversicherungen gefordert, sie ist auch wichtig für die Sicherheit von Friedhofs-Besuchern.

Denn jährlich ereignen sich bundesweit rund 100 Unfälle, die auf lose Grabsteine zurückzuführen sind. Daher sind die Friedhofsverwaltungen gehalten, mindestens jährlich nach der Frostperiode die Überprüfung der Grabsteine durch Sachkundige durchführen zu lassen.

„Dient der Sicherheit“

Was gerade auch in Walldürn wieder der Fall ist. „Wir wollen damit kein Geld verdienen, das dient der Sicherheit der Friedhofsbesucher“, heißt es vonseiten der Stadt weiter. Frische Gräber werden übrigens noch nicht kontrolliert, da müsse sich alles erst noch setzen.

Nach den Messungen geht ein Protokoll an die Stadt, in dem jeder einzelne Stein mit Drucklast aufgeführt ist. Gibt es Beanstandungen, wird auf den Grabstein ein gelber Merkzettel geklebt. Und der Besitzer der Grabstelle wird angeschrieben und aufgefordert, Abhilfe zu schaffen.

„Wird der ordnungswidrige Zustand trotz schriftlicher Aufforderung der Stadt Walldürn nicht innerhalb einer jeweils festzusetzenden angemessenen Frist beseitigt“, heißt es in der Friedhofssatzung weiter, „so ist die Stadt Walldürn berechtigt, dies auf Kosten des Verantwortlichen zu tun oder nach dessen Anhörung das Grabmal oder die sonstige Grabausstattung zu entfernen.“