Walldürn

Zum Werk von Berthold Runge Interessante Spurensuche

"Gut und sicher gezeichnet"

Walldürn.Von der "hochinteressanten Spurensuche" nach Leben und Werk Berthold Runges berichtete Künstler Gunter Schmidt im Rahmen der Vernissage. Aus einer ungeordneten Vielheit habe sich nach und nach eine Ordnung erschlossen, die sich nach stilistischen Kategorien sortieren lasse. Er sei sich vorgekommen wie ein bibliophiler Pionier, der aus alten Papieren frische, interessante Entdeckungen mache, so Schmidt.

Man spreche bei Runge von Kunst, die eine seriöse Wertigkeit habe. Es gebe - noch gebunkert in Keller und Archiv - eine Menge großformatiger Kohle- und Bleistiftzeichnungen, naturalistischen Aktstudien, Köpfen, Händen, und es gebe Skizzen von Landschaften, Studien von Maschinenteilen, Ausschnitte von Automobilen und vieles mehr - "gut und sicher gezeichnet, und mit Schmiss!", so Schmidt. Die Arbeiten seien unerwartet, also "überraschend" gut. Entscheidend sei aber die kreative Weiterarbeit an diesem Talent, die experimentelle Erprobung der persönlichen Begabung. Das lasse sich an den vielen Blättern von Berthold Runge ablesen: "Ein enthusiastisches Selbststudium in einem offensichtlich permanenten Arbeitsfleiß."

Eigene Handschrift entwickelt

So fänden sich von allen Motivgruppen künstlerische Variationen und Ableitungen, die das Thema weiter treiben, weiter ausdeklinieren würden. Die Motiv-Variationen würden kubistische Stilelemente aufgreifen, oder würden expressive Elemente zitieren, oder sich von einem gewissen Maß von Abstraktion beruhigen. Die Emanzipation der eigenen künstlerischen Handschrift erwachse aus einem Wechsel technischer und emotionaler Höhen und Tiefen. In diesem Prozess habe sich Berthold Runge befunden. ds