Walldürn

In der Galerie „Fürwahr“ Das „Duo Perlé“ mit Raimund Lang (Violine) und Dafydd Bullock (Piano) gastierte mit ausgesuchter Salonmusik

Hommage an Künstler und Walldürn

Archivartikel

Eine Hommage an Künstler und Walldürn war der Auftritt des „Duo Perlé“ in der Galerie „Fürwahr“. Raimund Lang und Dafydd Bullock boten den Zuhörern ausgesuchte Salonmusik.

Walldürn. Es bedarf nur zweier Instrumente, um beschwingt in einen unvergesslichen Sommerabend zu starten. Da ist zunächst das Klavier – in beherrschender Stellung –, das zusammen mit den Klängen der Violine die Gefühlswelt der Zuhörer berührt und je nach Auswahl des Stücks unterschiedliche Stimmungen wachruft.

Mit seiner Salonmusik begeisterte das „Duo Perlé“ am Samstag die Zuhörer in der Walldürner Galerie „Fürwahr“, in der zurzeit unter dem Titel „Europäische Landschaften“ Gemälde des Künstlers Adolf Hasenkamp zu sehen sind.

Der musikalische Abend war gleichsam eine Hommage an den Maler Hasenkamp und an Walldürn, die Heimatstadt des Violonisten Raimund Lang, den Schwiegersohn des ausstellenden Künstlers. Er entspringt der bekannten Walldürner Musikerfamilie Lang und trat bereits in unterschiedlichen Formationen auf, unter anderem mit dem „Lang-Quartett“.

Im Jahr 1984 fanden sich Raimund Lang und der in Luxemburg lebende, vielseitige Waliser Komponist Dafydd Bullock (Piano) zum „Duo Perlé“ zusammen, dessen Name das Prickeln der Perlen im Champagner ausdrücken soll. Was die beiden ausgebildeten Musiker verbindet, ist ihre Liebe zur Wiener Musik. Neben ihr interpretierten sie aber auch leichte Klassik und Romantik aus unterschiedlichen Ländern.

Marsch in die Donaumetropole

Den Auftakt des Abends bildete der bekannte Marsch „Wien bleibt Wien“, der die Besucher sogleich in die Donaumetropole entführte: in die Salons der Grandhotels, in die Kaffeehäuser oder zum Heurigen mit seiner Schrammelmusik. Die Klänge vermitteln Leichtigkeit, Sinnlichkeit und Lebensfreude, strahlen aber gelegentlich auch Sentimentalität und Melancholie aus.

Der musikalische Salon gewann – neben dem literarischen Salon - mit Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Die großbürgerliche Gesellschaft lauschte der Salonmusik in privatem Rahmen meist nur oberflächlich, schließlich handelte es sich nicht um ein Konzert. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Salonmusik kleinbürgerlicher und öffentlicher. So war sie in zahlreichen Cafés und Hotelhallen zu hören. Neben den Tanzkapellen entstanden Salonorchester in spezieller Besetzung. Seit etwa 1980 ist die historische Salonmusik aufgewertet und wird wieder von zahlreichen Ensembles gespielt.

So auch vom „Duo Perlé“, welches das Publikum mit seiner Stücke-Auswahl bei überraschend guter Akustik in den Galerie-Räumen bestens unterhielt. Von „Der Wein ist gut“, „Geschichten aus dem Wienerwald“ und „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ reichte das Repertoire bis hin zu „Wien, Wien, nur du allein“ und „In Wien gibt’s so manch winziges Gasserl“. Doch auch Schumanns „Träumerei“ und Dvoráks „Eine kleine Frühlingsweise“ honorierten die Zuhörer mit herzlichem Beifall.

Furios und feurig

Furios und feurig näherte sich der Abend dem Ende, als Brahms’ „Ungarischer Tanz“ und Montis „Csárdás“ den Raum erfüllten. Doch bevor die Musiker beim Abschied leise „Servus“ spielten, ließen die beiden Interpreten ihrer musikalischen Leidenschaft bei zwei südamerikanischen Tangos freien Lauf.

Mit langanhaltendem Applaus wurden Raimund Lang und Dafydd Bullock für ihren Auftritt belohnt und das kulturelle Engagement der Walldürner Gabriele Eder-Herold und Achim Ullrich gewürdigt. Vielleicht gibt es im Herbst bei einer möglichen Finissage ein Wiedersehen mit den beiden Musikern.