Walldürn

Wirtschaftsforum der CDU Walldürn Wirtschaftsministerin trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein / Podiumsdiskussion

Informationen aus erster Hand

Archivartikel

Wirtschaftsinformationen aus erster Hand gab es beim Wirtschaftsforum der CDU im „Haus der offenen Tür“, bei dem gleich zwei Kabinettsmitglieder aus Stuttgart nach Walldürn gekommen waren.

Walldürn. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, und Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum, Verbraucherschutz und Landwirtschaft, (beide CDU) standen bei dem Forum Rede und Antwort. Komplettiert wurde die Runde bei der Podiumsdiskussion am Montag auf der Bühne im Saal des HdoT durch Meikel Dörr, Wirtschaftsförderer beim Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn, und Holger Farrenkopf, Geschäftsführer der Firma Schmidt Technoplast im Verbandsindustriepark.

Die Zahl der Zuhörer war überschaubar. Dabei hätte die Veranstaltung mehr Besucher verdient gehabt. Denn erstens bekommt man eine Ministerin und einen Minister bei einer Veranstaltung in Walldürn nicht jeden Tag präsentiert. Und zweitens gab es an dem Abend einiges Wissenswertes und Interessantes zu erfahren.

Fabian Berger, Vorsitzender des Walldürner CDU-Stadtverbandes, sagte bei der Begrüßung, Wirtschaft sei ein Kernthema im Kommunalwahlprogramm der Walldürner CDU. Er hob die wirtschaftliche Vielfalt in der Stadt hervor, die es zu erhalten und auszubauen gelte.

Bürgermeister Markus Günther stellte die Stadt und ihre Geschichte vor. „Wir tun viel für unsere Mittelständler“, so der Bürgermeister, „aber auch für unsere großen Unternehmen.“ Neben einem mit den Gemeinden Hardheim und Höpfingen betriebenen Verbandsindustriepark, bei dem derzeit elf Hektar Industriefläche erschlossen werden, plane man für die Firma Procter & Gamble ein weiteres Industriegelände von 14 Hektar. Aber nicht nur Neuansiedlung von Unternehmen stehe auf der Agenda, genauso wichtig sei die Pflege und die Unterstützung der schon angesiedelten Betriebe. Das Fazit des Bürgermeisters: „Wir sind gut aufgestellt, ohne natürlich wunschlos glücklich zu sein.“

„Zuzugsgebiete“ im Kreis

Peter Hauk sagte, dass bei der Sozialen Marktwirtschaft in diesem Land mitunter das „Soziale“ überbetont werde. „Wir brauchen die Freiheit der Unternehmer und die Freiheit der Entscheidung.“ Sicher sei Regulierung wichtig, oft gebe es aber eine Neigung zur Überregulierung. Dem Neckar-Odenwald-Kreis bescheinigte er eine gute Entwicklung, seien doch alle Gemeinden „Zuzugsgebiete“. Eine Aussage, die mit Blick auf die Arbeitslosenquote später von der Wirtschaftsministerin bestärkt wurde. Hier könne man von „Vollbeschäftigung“ reden.

Nicole Hoffmeister-Kraut führte aus, die starke Wirtschaft in Baden-Württemberg basiere auf zwei Säulen: einmal den großen Unternehmen, den „Global Playern“, dann auf dem Mittelstand, der im Land und natürlich auch im Kreis eine wichtige Rolle spiele. Sie benannte einige Themen, die es zu bearbeiten gelte, wenn das Land als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben soll. Fachkräftemangel, digitaler Wandel oder die berufliche Ausbildung nannte sie hier. Letzteres dürfe man nicht einseitig sehen, „wir brauchen Meister und Master“. Bürokratieabbau für kleine und mittlere Unternehmen und mehr Freiheit für Unternehmer bei Investitionen seien wichtig.

Bei der Diskussionsrunde, moderiert von Fabian Berger, erläuterte Meikel Dörr den Aspekt der Beratung und Begleitung eines Unternehmens aus einer Hand. Ein Service, den er geschätzt habe, wie Holger Farrenkopf sagte.

Beim Punkt berufliche Ausbildung wurde unisono betont, wie wichtig es sei, wenn Firmen selbst ausbilden, um so dem Fachkräftemangel zu begegnen. Kinder früh für handwerkliche und technische Berufe zu interessieren – diesem Ziel soll im Einzugsgebiet des Gemeindeverwaltungsverbandes Hardheim-Walldürn ein Erfinderclub dienen.

Beim Thema „Abbau von Bürokratie“ war der Brandschutz ein Thema, das immer wieder aufflackerte. Das treibt derzeit nicht nur Unternehmen um. Hier müsse es Erleichterungen geben, sagte Hoffmeister-Kraut. Die Förderung des Ländlichen Raums bedeute natürlich nicht „nur“ Wirtschaftspolitik, so die Runde weiter. Dazu gehören auch Faktoren wie gute Angebote bei Kindergarten und Schule, Wohnraum, eine gute Verkehrsanbindung oder leistungsstarkes und schnelles Internet.

Dialog hinter den Kulissen

Interessant waren die Ausführungen vom Peter Hauk über den „Kabinettsausschuss Ländlicher Raum“, der für eine gleichwertige Lebensqualität in Baden-Württemberg sorgen soll. Bei allen Differenzen werde hier meist sehr kooperativ und einvernehmlich zusammengearbeitet. Sein Fazit: „Man kann sich hinter den Kulissen verständigen.“

Am Ende der Veranstaltung bekam die Ministerin vom Fabian Berger einen „Dürmer Geschenkkorb“ mit lokalen Produkten. Und Nicole Hoffmeister-Kraut trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. mar