Walldürn

Leserbrief Zum Artikel „Walldürn soll ,eine Marke’ werden“ vom 26. September

Investitionen in den Markenkern fehlen

Wenn man icht mehr weiter weiß, dann gründet man ’nen Arbeitskreis. Unter dieses Motto könnte man die „Markenfindung“ für Walldürn stellen, sich schmunzelnd zurücklehnen und der Dinge harren. Denn an Papier wurde diesbezüglich schon einiges bedruckt und in Amtsstubenschubladen versenkt. Ganz zu schweigen von den steuerfinanzierten Ausgaben.

Aus meiner Sicht fehlt es Walldürn nicht an einer „Marke“ oder an Alleinstellungsmerkmalen. Walldürn ist größter eucharistischer Wallfahrtsort in Deutschland, besitzt ein überregional bedeutendes Freilandmuseum, liegt am Unesco-Weltkulturerbe Obergermanisch-Rätischer Limes und an der Deutschen Fachwerkstraße, die sich in sieben Regionalstrecken von der Elbe im Norden bis hin zum Bodensee im Süden zieht.

Neben diesen Highlights könnte man noch das Elfenbein- und Lichtermuseum, das Wildgehege oder die Samenklenge, besser bekannt als Bummerndarre, als ein einzigartiges Industriedenkmal aufführen, die Walldürn von anderen Kommunen unterscheiden.

Der Kern dieser „Marke“ ist also bereits klar mit dem Begriff „Tourismus“ zu benennen. Es fehlt demnach nicht an einer Marke, sondern am Willen, in den Markenkern zu investieren.

Dazu gehören Investitionen in eine innerstädtische Verkehrsstruktur, bei der Wallfahrer und Touristen das Straßenbild prägen und nicht der Individualverkehr. Investitionen in den Erwerb weiterer historischer Gebäude für das Freilandmuseum, um die Attraktivität zu steigern. Investitionen zur Darstellung des Limes, die sich vom „Üblichen“ unterscheiden.

Investitionen in historische Gebäude und qualitätvolle Nutzungen der Altstadt, um der Lage an der Fachwerkstraße auch gerecht zu werden. Und so weiter, und so fort.

Eine „Marke“ entwickelt Prioritäten, bedingt Investitionen und setzt Selbstbewusstsein voraus. Mir stellt sich die Frage, wie sich die Stadt Walldürn diesen Herausforderungen einer neuen „Marke“ stellen möchten, ohne dass es – wieder mal – nur eine Duftmarke bleibt.