Walldürn

Sportkarateabteilung der Eintracht ’93 Walldürn Lebenslanges Lernen – doch die Schwerpunkte verschieben sich

Kampfkunst ist keine Frage des Alters

Archivartikel

Drei mal 75 Jahre Karate-Power bei der Sportkarateabteilung der Eintracht ’93 Walldürn: Drei Mitglieder der Abteilung üben regelmäßig und stellen sich den Gürtel-Prüfungen.

Walldürn. Dass Karate ein Sport ist, der bis ins hohe Alter betrieben werden kann, beweisen die drei Karatekas Jörg Freund, Heinz Appel und Ortlieb Duschek, die alle drei mit jetzt 75 Jahren immer noch aktiv Karate bei der Sportkarateabteilung Walldürn betreiben. Karate Do bedeutet lebenslanges Lernen. Die Schwerpunkte des Trainings verschieben sich jedoch entsprechend des Alters.

„Übungen der alten Meister“

Unter dem Motto: „Die edlen Übungen der alten Meister“ werden insbesondere Übungen und Techniken trainiert, die es ermöglichen, dass jeder diese Kampfkunst bis ins hohe Alter ausüben kann. Neben den technischen Fertigkeiten gehören ebenso eine altersgerechte Gymnastik und besondere Atemübungen zum Programm.

Durch entsprechende Übungen werden die Konzentrationsfähigkeit, Koordination und das Gleichgewicht verbessert. Auf die Erhaltung beziehungsweise Steigerung der Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft wird gezielt hingearbeitet. Das Erlernen realistischer, auf das Alter bezogene Selbstverteidigungstechniken runden das Training ab.

Der in der Nähe von Berlin geborene Jörg Freund wohnt seit 1991 in Rippberg. In seiner Jugend hat er Judo und Turnen betrieben. Beruflich bedingt konnte er sich über längere Zeit nicht mehr sportlich betätigen. Erst mit Anfang 70 hat er zur Kampfkunst Karate gefunden und widmet sich seitdem diesem Sport mit viel Ehrgeiz. Durch regelmäßiges Training – Jörg Freund trainiert zeitweise bis zu 4 Mal in der Woche – hat er es mittlerweile bis zum 3. Kiyu (Braungurt) gebracht.

Der gebürtige Walldürner Heinz Appel kam mit 42 Jahren zum Karate und ist 1985 in die damalige Goju Ryu-Abteilung eingetreten. Familiäre und berufliche Gründe führten dazu, dass er seine sportlichen Aktivitäten ruhen lassen musste. Nach seiner Pensionierung nahm er seine sportliche Betätigung wieder auf und fand über die Montagmorgengymnastik der Sportkarateabteilung der Eintracht ’93 Walldürn wieder zum Karate. An den wöchentlichen Trainingsstunden am Donnerstagmorgen nimmt er seitdem regelmäßig teil und hat mittlerweile nach den entsprechenden Prüfungen den 3. Kiyu Grad (Braungurt) erreicht.

Viele kennen Ortlieb Duschek nur aus seiner Apotheke in Walldürn, doch dass er auch ein begeisterter Kampfsportler ist, wissen die Wenigsten. Ortlieb Duschek begann mit 16 Jahren mit der Kampfsportart Judo. Während seines Studiums hat er Jiu Jitsu betrieben. In seiner Zeit in Heidenheim ist er zum Karate der Stilrichtung Shotokan gewechselt.

Nach seinem Umzug nach Walldürn 2007 musste sich Ortlieb Duschek auf die neue Stilrichtung Goju Ryu umstellen. Mit der Prüfung zum 1. Dan (Schwarzgurt) bewies er, dass er diese Umstellung sehr erfolgreich bewerkstelligte. Seine „Karate-Gene“ hat er mittlerweile an seine Töchter weitergegeben, die als Wettkämpferinnen bei der Sportkarateabteilung sehr gute Ergebnisse erzielen.