Walldürn

Pater Ingbert gestorben Viele Jahre Prior im Augustinerkonvent

Kein Mann der lauten Töne

Archivartikel

Walldürn/Würzburg.Pater Ingbert Graber ist tot. Der Augustinerpater starb im Alter von 85 Jahren. Er war von 1991 bis 2007 Prior (Hausoberer) der Augustiner in Walldürn.

Pater Ingbert wurde 1933 in Garstadt geboren, einem kleinen Ort zwischen Schweinfurt und Volkach. Er wuchs in Werneck auf. Bereits als Zehnjähriger war es sein Wunsch, einmal Priester zu werden. Der Start in die Priesterlaufbahn verzögerte sich aber aufgrund der Wirren während des 2. Weltkrieges. Erst 1947 konnte er, bereits 13 Jahre alt, die weiterführende Schule besuchen, er holte den zeitlichen Rückstand rasch auf und machte 1954 am Gymnasium in Münnerstadt Abitur.

Im August 1954 trat Pater Ingbert zusammen mit 21 anderen jungen Männern in das Noviziat des Augustinerordens ein, am 23. August 1955 legte er die Ordensprofeß ab, der sich zwei Semester Studium der Philosophie und Theologie an der Universität in Würzburg anschlossen. Nach Studien in Würzburg und Rom empfing er 1959 in der Lateranbasilika zu Rom die Priesterweihe. Sein Studium beendete er im Semesterhalbjahr 1960/61 mit dem Lizentiat in Theologie.

Vier Jahre arbeitete er im Justinuswerk in Fribourg/Schweiz. 1965 wurde ihm das Amt des Provinzsekretärs in Würzburg übertragen, das er 26 Jahre lang innehatte; gleichzeitig war er Schriftleiter der Provinznachrichten „Cor Unum“ und damit verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Ordens.

1991 nach Walldürn gewechselt

1991 wechselte er als Prior und Seelsorger in den Wallfahrtskonvent Walldürn. Von 1991 bis 2003 war er hier in erster Linie für den Zusammenhalt und die gelebte Brüderlichkeit im Konvent verantwortlich. 2007 verließen die Augustiner wegen Nachwuchsmangel Walldürn. Pater Ingbert wurde von seinen Aufgaben entpflichtet und lebte seitdem im Ruhestand im Würzburger Augustinerkloster. Dort war er bis zuletzt als Seelsorger unter anderem für die Augustinusschwestern auf dem Heuchelhof zuständig.

Pater Ingbert war kein Mann der lauten Töne oder der Hektik. Vielmehr waren Ruhe und Ausgeglichenheit die Wesenszüge, die ihn besonders auszeichneten.

Die Beerdigung ist am Donnerstag, 9. Mai, um 13.30 Uhr auf dem städtischen Hauptfriedhof in Würzburg. Um 14.30 Uhr ist das Requiem in der Augustinerkirche. mar