Walldürn

Leserbrief Zur kommunalen Unterbringung von Asylbewerbern

Keine Figuren auf einem Schachbrett

Migranten und Flüchtlinge sind keine Figuren auf dem Schachbrett der Menschheit. Dieses Zitat von Papst Franziskus möchte man den Verantwortlichen in Walldürn ins Gedächtnis rufen, wenn es um die vor Ort lebenden afrikanischen Flüchtlinge geht, die gerade wie Schachfiguren hin- und hergeschoben werden.

Seit mehr als zwei Jahren leben sie hier, gehen zur Arbeit, in die Schule, sind in Ausbildung. Sie lernen unsere Sprache und sind um Integration bemüht. Die ersten beiden Jahre wohnten sie in der Waldstraße. Als die Gemeinschaftsunterkunft (GU) im Sommer geschlossen wurde, wurden sie in die GU Buchener Straße verlegt, nur um schon sechs Wochen später - wieder einmal - in die städtische Anschlussunterbringung in der Amorbacher Straße, umziehen zu müssen.

Und nun, gerade als sie sich etwas eingerichtet haben, flattert ihnen ein Brief der Stadt Walldürn ins Haus: Aufenthaltsbegrenzung bis zum 31. Dezember.

Und die Auflage, bis dahin in Eigenregie Privatwohnungen zu finden. Sieht so Integrationshilfe im christlich geprägten Walldürn aus? Seit Monaten versucht unser Helferteam verzweifelt, auf dem privaten Wohnungsmarkt Unterkünfte für die Asylbewerber zu finden - meist vergeblich.

Wie wird der nächste Schachzug der Stadt aussehen? Sie fordert, ohne zu fördern, zeigt sich ungastlich und baut Druck auf.

Dadurch stellt sie die Integrationsbemühungen aller Seiten in Frage.