Walldürn

Diamantene Hochzeit in Altheim Magdalena und Wenzel Seemann sind seit 60 Jahren verheiratet

„Man muss auch mal ab- und zugeben können“

Altheim.Magdalena und Wenzel Seemann feiern heute ihre diamantene Hochzeit. Sie gaben sich vor 60 Jahren in der Kirche in Altheim das Jawort.

Magdalena, genannt Leni, kam am 7. Juli 1938 in dem serbischen Dorf Gajdobra zur Welt und musste im Jahr 1944 nach Deutschland fliehen. Wenzel wurde am 2. Mai 1937 in Prag geboren und floh aus seiner Heimatstadt im Jahr 1945.

Über die Flüchtlingsaufnahmestätte Teufelsklinge bei Seckach kamen beide nach Altheim. Dort gingen sie zur Schule, wuchsen auf und begannen ihr Berufsleben. Leni arbeitete zehn Jahre lang bei der Firma Fertig in Buchen, dann 33 Jahre lang bei der Firma Bartec in Altheim. Wenzel absolvierte eine Ausbildung zum Müller bei der Kunstmühle Schmitt. Später arbeitete er bei der Firma Reum in Buchen und schließlich bis zum Ruhestand in der Produktion und als Fahrer bei der Firma Perga-Plastic in Altheim.

Bei der Fastnacht „funkte“ es

„Gefunkt“ hat es zwischen den beiden am Fastnachtsdienstag des Jahres 1954 im Gasthaus „Hirsch“ in Altheim. „Man hat sich damals nur in der Wirtschaft getroffen“, sagt Leni. Ein Auto besaß kaum jemand.

Fünf Jahre, am 7. Februar, später ließen die beiden sich in der Altheimer Kirche trauen. Drei Jungs brachte Leni zur Welt: Heinz im Jahr 1960, Jürgen im Jahr 1963 und Uwe im Jahr 1968. Dieser starb allerdings zwei Tage nach seiner Geburt. Im Jahr 1973 bauten die Seemanns ein Haus für ihre Familie.

Zweimal besuchte Leni ihre alte Heimat. Ihr Vater war von Beruf Müller. Die Familie besaß in dem Dorf Gajdobra in der Vojvodina ein Haus. Donauschwaben hatten sich dort in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angesiedelt. Auch Wenzel besuchte Prag schon mehrfach. Sein Vater stammte aus Tirol, war Musiker und wurde als Soldat im Krieg eingesetzt.

„Ab- und zugeben“, „Streiten und vertragen“ sowie „Treue und Liebe“ nennt das Paar als Erfolgsgeheimnis ihrer 60-jährigen Ehe. Inzwischen freuen sich Magdalena und Wenzel über zwei Enkelkinder, die in Passau und Altheim leben.

Leni zählt Blumen und die Gartenarbeit zu ihren Hobbys. Wenzel schreinerte früher gern. Beide sind Mitglied im VfB Altheim und spielten in jungen Jahren dort Fußball. Leni sang im Kirchenchor, Wenzel beim MGV Altheim. „Wir sind arg gut angesehen in Altheim“, stellt Leni fest. Beide sind noch sehr rüstig. Sie gehen täglich miteinander spazieren, verreisen ab und zu mit dem Auto oder dem Zug und lesen täglich die Zeitung. mb