Walldürn

Hotel „Frankenbrunnen“ Spannende Mordermittlung zwischen exzellentem Vier-Gänge-Menü

Mancher Feinschmecker löste den Fall

Reinhardsachsen.Ein unvergessliches Erlebnis war für die Besucher am Sonntag die Premiere des Dinnerkrimis „Requiem für Onkel Knut“ in der Tenne des Hotels „Frankenbrunnen“. Raffiniert kombiniert mit einem exzellenten Vier-Gänge-Menü bot der Abend beste Unterhaltung für Krimiliebhaber und Feinschmecker. Eine Bühne im klassischen Sinn gab es nicht. Die Schauspieler bewegten sich frei im gesamten Raum und spielten rund um die Zuschauer, die an langen, festlich gedeckten Tischen saßen.

Während die verschiedenen Gänge des Menüs serviert wurden, sorgte eine musikalische Untermalung mit Lyrics aus den 1970er-Jahren wie „Light my fire“, „Born to be wild“ oder „With a little help from my friends“ für eine entspannte Atmosphäre.

Durch den zwanglosen Ablauf entwickelte sich schnell eine gesellige Stimmung, in der genug Zeit blieb, mit den Tischnachbarn über das vermutete Motiv und den vermeintlichen Mörder zu debattieren. Professionelles Schauspiel sowie charmante und humorvolle Improvisation ermöglichten es, dass die Gäste nicht einfach nur zuschauten, sondern Teil des theatralen Geschehens waren.

Begeisterung geweckt

Den Täter und dessen Tatmotiv zu ermitteln, war wahrlich nicht leicht, und so verwunderte es auch nicht, dass am Ende nur ein Teil der Gäste auf der richtigen Spur war.

Der langanhaltende Schlussapplaus dokumentierte eindrucksvoll, wie viel Begeisterung die vier Schauspieler des „Theaters on Tour“ aus Darmstadt“ bei den Gästen geweckt hatten.

Zum Inhalt dieses Krimis von Pia Thimon, der das Lebensgefühl der wilden 1970er Jahre wieder aufleben ließ: Als Lord Knut Hanson in einer Urne aus dem Urlaub auf Mauritius zurückkehrt, ist seine Familie in heller Aufregung, denn der begnadete Erfinder hinterlässt nicht nur ein herrschaftliches Haus, sondern auch seine Firma und die damit verbundenen Patente.

Während Knuts Frau als bekennender „Althippie“ in Regenbogenfarben durchs Haus streift und die Trauergäste mit Rockmusik und einem Dinner bei Laune hält, beginnen die recht konservativen Kinder – Sohn Mikel und Adoptivtochter Saskia – über das Vermächtnis des Lords zu streiten und sind zudem entsetzt über eine derart laute und pietätlose Abschiedsfeier für ihren verstorbenen Vater. Während der Sohn mit mildtätigen Gaben seine Wahl zum Bischof sichern möchte, setzt die Adoptivtochter auf den erfolgreichen Fortbestand der von ihr geführten Firma.

Auch Knuts Freund Ollie und die anderen Gäste wollen des skurrilen Erfinders und und Althippies gedenken. Und zum Schrecken von Sohn und Adoptivtochter hat sich auch noch das obdachlose Punkermädchen Tom Banter angesagt, die der Hausherr in den letzten Jahren unter seine Fittiche genommen hatte, und so ist der Generationskampf um das Erbe von Knut Hansen vorprogrammiert.

Während Wittwe „Polly“ sowie Freund und Globetrotter Ollie einen Rock-DJ engagiert haben, um die Trauerfeier aufzulockern, versucht Sohn Mikel – seines Zeichens Pfarrer – verzweifelt, eine Gedenkandacht zu halten. Und Adoptivtochter Saskia, Patentanwältin für Knut Hansens Erfindungen, möchte die Feierlichkeit nutzen, um die Erbansprüche gleich an Ort und Stelle zu klären. Mit der Verlesung des Testaments gerät die Trauerfeier endgültig aus allen Fugen und eine tödliche Schlacht um das Erbe beginnt. Während sich die Todesfälle mehren, bleibt die Frage im Raum stehen: Wer löst denn nun den Fall? ds