Walldürn

„Geschichte statt Stammtisch“

Odenwälder Tracht wird vorgestellt

Miltenberg.In der Reihe „Geschichte statt Stammtisch“ wird die Odenwälder Tracht – zwischen Romantik und Wirklichkeit“ von Gerd J. Grein am Sonntag, 17. Februar, um 10 Uhr im Museum Stadt Miltenberg vorgestellt.

Gerd J. Grein ist ehemaliger Leiter des Museums Veste Otzberg und beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit Trachten. Im Odenwald wurde um 1800 wie in jeder anderen deutschen Landschaft eine regionale Tracht getragen. Trachten kamen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf und entwickelten ein mehr oder minder ausgeprägtes Aussehen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die regionalen Kleidungsgewohnheiten im Odenwald jedoch aufgegeben. Es gab einen fließenden Übergang, bei dem ältere Trachtenstücke zusammen mit moderner Kleidung getragen wurde.

Mit Irrglauben aufgeräumt

Hans von der Au (1892 bis 1955) war der erste und lange einzige, der sich um die heimische Tracht verdient machte. 1952 erschien sein bemerkenswertes Buch über die Odenwälder Tracht. Grein baut auf Hans von der Aus Werk auf, relativiert und korrigiert dessen Aussagen und Statements in seinem Vortrag.

Besonders räumt er mit dem Irrglauben auf, es gäbe eine einheitliche Odenwälder Tracht, denn das Gegenteil ist der Fall: Es gab um 1800 zahlreiche regionale Trachten, angefangen vom Umland von Frankfurt, der Erbacher Gegend, dem sogenannten „Grofeland“, dem Lindenfelser Territorium, dem Gersprenztal und dem Hinteren Odenwald. Unterstützt von umfangreichem Bildmaterial gibt der Vortragende einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Besonderes.