Walldürn

Bündnis „Giftfrei im 3Ländereck“ Vortrag über Glyphosat

Politik zum Handeln aufgefordert

Amorbach.Der vom Bündnis „Giftfrei im 3Ländereck“ organisierte Vortrag über Nebenwirkungen von Glyphosat war nicht zur gemütlichen Unterhaltung geeignet. Schon die Fotos auf dem Einladungsflyer waren schwer zu ertragen. Entstellte Tierbabys und Versuchstiere mit Tumoren. Dennoch füllte sich der Pfarrsaal an diesem Abend mit interessierten Menschen.

Professor Monika Krüger, die viele Jahre an der Universität Leipzig das Institut für Bakteriologie und Mykologie geleitet und im Rahmen ihrer Zuständigkeit für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit auch zum Thema Glyphosat geforscht hat, erklärte den mehr als 170 Zuhörern die Nebenwirkungen des weltweit meistverwendeten Totalherbizides.

Von der Entstehung als Rohrreiniger über die beabsichtigte Wirkweise bei Pflanzen zu Missbildungen bei Nutztieren beschrieb die Forscherin, wie sie die Nebenwirkungen des Pestizids erforscht hat. Inzwischen ist sie sich sicher: „Was auf Tiere – häufig in Verbindung mit genmanipuliertem Futtermittel – eine so gewaltige Wirkung hat, beeinträchtigt auch die Gesundheit des Menschen, denn wir alle nehmen dieses Gift täglich mit unserer Nahrung auf.“

Es sei längst nicht nur die inzwischen hinlänglich diskutierte krebserregende Wirkung des Pestizids, die für den Menschen gefährlich ist. Ganz besonders für Kinder bestünden zahlreiche gesundheitliche Gefahren.

Auf die Frage einer Teilnehmerin, ob möglicherweise die inzwischen bei jedem dritten Kind unter zwölf Jahren diagnostizierten Kreidezähne damit zusammenhängen könnten, meinte die Professorin, sie habe dazu nicht geforscht, aufgrund der Wirkungsweise von Glyphosat sei das aber durchaus möglich.

Nicht nur Professor Krüger, sondern auch alle anderen Anwesenden waren sich einig, dass es einen raschen Ausstieg aus der Anwendung geben müsse, der auch für die Landwirte finanziell und technisch machbar sei. Die Politik müsse endlich handeln.